Chronik | Wien
16.04.2012

Tödliches Ehedrama in der Donaustadt

Eine 44-jährige Wienerin wurde offenbar von ihrem Mann getötet, weil sie aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist.

Seit einer Woche hat es hier schon komisch gerochen", meint ein Nachbar, während ein anderer vom WEGA-Einsatz in den Morgenstunden zu berichten weiß: "Mit acht Autos ist die Polizei in unserer kleinen Gasse eingefahren und alle hatten sie Maschinenpistolen. Das war wie in einem Hollywood-Film."

Es gibt kaum jemanden am Har­lacherweg in der Donaustadt, der nichts zu den zwei Toten zu berichten weiß: "Sie war eine hübsche Blondine und oft im Fitnesscenter, er hatte eher viel Gewicht. Sie waren nett, aber passten nicht wirklich zueinander", sagt Hatem Dogan, der zwei Stockwerke unterhalb wohnt. Ein anderer sorgt sich, dass die Immobilienpreise nach der Bluttat sinken könnten.

Vermutlich am Wochenende dürfte sich in der kleinen Wohnung im dritten Stockwerk ein Drama abgespielt haben. Walter Vogl, 44, hatte den Entschluss zur Bluttat offenbar bei einem Angelausflug getroffen, die Ausrüstung lag noch in einem schwarzen Geländewagen. Nachdem seine gleichaltrige Ehefrau Elena vergangene Woche offenbar genug hatte, hatte sie ihren Wohnsitz an einer neuen Adresse angemeldet. Mög­licherweise war sie in der Wohnung, um noch ein paar Sachen abzuholen.

Revolver

Dabei dürfte Walter Vogl laut derzeitigem Ermittlungsstand seinen legal angemeldeten Revolver gezückt und seiner Frau in die Brust geschossen haben. Die 44-Jährige wurde blutüberströmt zusammengesackt im Sofa des Wohnzimmers gefunden. Daneben lag ihr Mann auf dem Boden – mit einem Kopfschuss. "Wir gehen von Mord und Selbstmord aus", erklärte Polizeisprecherin Michaela Rossmann am Tatort. Ein Abschiedsbrief oder Ähnliches wurde zunächst nicht ge­funden.