Chronik | Wien
15.09.2017

Tödliche Messerstiche: Verdächtiger am Flughafen festgenommen

Der Mann wird verdächtigt, bei einem Streit in der Ottakringer Straße zwei Männer niedergestochen zu haben.

Nach tödlichen Messerstichen Mitte August in Wien-Ottakring ist ein Verdächtiger am Mittwoch am Flughafen Schwechat festgenommen worden. Er soll bei einem Streit in der Ottakringer Straße zwei Männer niedergestochen haben. Ein 28-Jähriger überlebte schwer verletzt, ein 37-Jähriger starb im Krankenhaus. Der Kosovare sitzt in der Justizanstalt Josefstadt, sagte Polizeisprecher Harald Sörös.

Nach dem Kosovaren war EU-weit gefahndet worden. Am Mittwoch flog er von der kosovarischen Hauptstadt Pristina zurück nach Österreich flog. "Um 14.30 Uhr wurde er bei der Einreise von Ermittlern des Landeskriminalamtes (Gruppe Hoffmann) mit Unterstützung eines Flughafenpolizisten festgenommen", sagte Sörös. In einer ersten Befragung versuchte der 38-Jährige, die Tat zu rechtfertigen. "Grundsätzlich ist er aber geständig", berichtete der Polizeisprecher.

Das Opfer, ein 37-jähriger Lokalbesitzer, war am 19. August mit einem 28-jährigen Freund gegen 4.30 Uhr in der Ottakringer Straße unterwegs gewesen, als er den Kosovaren und eine Frau erblickte. Diese soll er gegen ihren Willen von einer Disco nach Hause begleitet haben. "Ein Wahnsinn, um die Uhrzeit noch eine so schöne Frau unterwegs", rief der 37-Jährige über die Straße. Den Tatverdächtigen dürfte dies in Rage gebracht haben. Es folgten gegenseitige Beschimpfung, ehe der Beschuldigte ein Messer zückte, zunächst den Begleiter schwer verletzte und dem Lokalbesitzer in unmittelbarer Nähe von dessen Cafe die letztlich tödlichen Stiche in den Oberkörperbereich versetzte. Der 37-Jährige starb später im AKH.

Wie die Frau in ihrer Einvernahme angab, traf sie erstmals gegen 3.00 Uhr in einem Club auf den Beschuldigten, den sie vom Sehen her kannte. Bereits in der Disco machte sie dem Kosovaren klar, dass sie nichts mit ihm zu tun haben wolle. Als sie später mit einer Freundin den Club verließ, folgte ihr der offenbar schwer alkoholisierte Mann. Nach der Tat flüchtete der 37-Jährige und setzte sich ins Ausland ab. Die Polizei forschte ihn bereits nach wenigen Tagen namentlich aus, die Staatsanwaltschaft Wien erließ eine Festnahmeanordnung, die nun knapp ein Monat nach der Tat vollzogen wurde.