Tierschutz: Pony-Karussell in der Kritik

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Foto: /Sebastian Bohrn Mena Das Pony-Karussell ist ein Dauerbrenner bei den Tierschützer-Beschwerden

SPÖ-Mann Sebastian Bohrn Mena wandte sich an Ulli Sima und fordert Schließung.

"Nostalgisch und wunderschön steht das 1. Wiener Pony-Caroussel zwischen Kinderautobahn und Zuckerwatte-Stand." So steht es auf der Website des Wiener Praters. Doch "nostalgisch und wunderschön" finden viele das Pony-Karussell längst nicht mehr.

Immer wieder wurde Kritik an der Attraktion laut: Die Ponys sind an das Karussell angekettet, laufen tagein, tagaus im Kreis. Auf ihrem Rücken sitzen kleine Kinder. Immer wieder orteten Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten oder der Verein gegen Tierfabriken hier Tierquälerei. Auch SPÖ-Aktivist Sebastian Bohrn Mena nimmt sich jetzt der Ponys an.

In einem Posting auf seiner Facebook-Seite bat er die für den Tierschutz zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ), "endlich diese absurde, Tierleid verursachende ,Attraktion‘ abzudrehen". Und weiter: "Niemand, wirklich absolut niemand, braucht dieses elendige Pony-Karussell!"

5700 Menschen "gefällt" dieser Facebook-Beitrag, mehr als 3000 haben ihn geteilt, über 500 kommentiert. Bohrn Mena bekleidet kein politisches Mandat, erreichte aber zuletzt mit einer Vorzugsstimmen-Kampagne im Gemeinderatswahlkampf viel Aufmerksamkeit.

"Absolut antiquierte Art der Zurschaustellung von Tieren"

Kritik am Karussell kommt auch von Vier Pfoten: "Wir erachten dieses Karussell als absolut antiquierte Art der Zurschaustellung von Tieren", sagt Indra Kley. Allerdings halte der Betreiber alle rechtlichen Rahmenbedingungen, etwa was die Ruhepausen der Tiere betrifft, ein. Zu diesem Schluss ist zuletzt auch die zuständige MA60 für Veterinärdienste und Tierschutz gekommen, auf die Stadträtin Sima verweist. "Ethisch kann man dieses Karusell diskutieren, rechtlich ist alles in Ordnung", sagt Ruth Jily, Leiterin der MA 60. Das Karusell werde mehrmals im Jahr kontrolliert, nach Beschwerden gebe es verstärkte Kontrollen. Dem Betreiber wurden Auflagen erteilt: "Die Ponys dürfen nur maximal sechs Stunden pro Tag arbeiten, nach vier Stunden muss ihnen eine Ruhepause gegönnt werden, wo sich auch gefüttert werden müssen. Außerdem müssen sie täglich zwei Stunden frei auf der Koppel laufen dürfen", sagt Jily.

Vom Betreiber war für den KURIER nicht erreichbar. Auf der Prater-Website betont er, dass alle Tiere aus eigener Zucht stammen und "eine liebevolle Betreuung durch Fachkräfte" erfahren würden.

(kurier) Erstellt am
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