Chronik | Wien 01.02.2012

Testwochen: Wiener Eistraum

Bis März wird vor dem Rathaus übers Eis geschlittert. Ein Steirer sorgt dafür, dass alles glatt geht – nicht nur, wenn der Bürgermeister kommt.

Die Kälte kann Martin Pöschlmayer nichts anhaben. „Schließlich bin ich geprüfter Obersteirer aus dem Gebirge“, erzählt der Platzaufseher des Wiener Eistraums vor dem Rathaus. Außerdem haben ihn Expeditionen in Ecuador schon auf 6000 Meter Höhe geführt. „Ich bin also entsprechend ausgestattet.“

Der 34-Jährige ist für Aufbau, Technik und reibungslosen Betrieb des City-Eislaufplatzes verantwortlich. „Mein Job ist eine Mischung aus Eventmanager, Hausmeister und Elektrotechniker“, sagt Pöschlmayer, der ganz am Anfang seiner Karriere mit mobilen Discos durch das Land tingelte.

In seinem jetzigen Job ist er auch mit manch seltsamen Besucher-Beschwerden konfrontiert: „Es gibt welche, denen ist das Eis zu wenig rutschig. Anderen ist es wieder zu glatt. Wenn es plötzlich in der Großstadt eine Eisfläche gibt, muss man den Menschen gewisse Dinge halt erst erklären. Etwa, dass das Eis rutschiger wird, wenn die Sonne draufscheint“, erzählt Pöschlmayer.

Traumpfad

Pöschlmayer wacht seit sechs Jahren über den Eistraum
© Bild: KURIER/Deutsch

Seit sechs Jahren arbeitet er bereits für den Eistraum. „Von der Logistik her wird es immer schwieriger.“ Schließlich wachse der Eistraum von Jahr zu Jahr. Diese Saison sind wieder 1000 m² Fläche dazugekommen, womit den Besuchern insgesamt 7000 m² zur Verfügung stehen. Der „Traumpfad“, der sich durch den Rathauspark schlängelt, ist mittlerweile einen Kilometer lang. Doch die Zeit für den Aufbau nach Weihnachtsmarkt und Silvesterpfad bleibe leider immer gleich kurz.

Trotz stetiger Erweiterung reicht der Platz offenbar immer noch nicht aus, damit man ungestört seine Runden ziehen kann: „Man muss schon sehr aufpassen, dass man kleinen Kindern nicht über die Hände fährt“, sagen die Besucher Andrea und Alexander. „Es wäre besser, es gebe weniger Verkaufsstandln und dafür eine größere Eisfläche.“

 

grafik
© Bild: KURIER

Apropos Kulinarik: Neu ist die Almhütte, wo zu einschlägiger Musik Kässpätzle und Ofenkartoffeln gereicht werden. Wahlweise auf Barhockern mit rot-weiß-karierten Sitzflächen oder am Bürgermeistertisch. Drei bis vier Mal pro Saison wagt sich Michael Häupl auf das Glatteis vor seinem Büro, sagt Pöschlmayer. Freilich nicht etwa, um Pirouetten zu drehen, sondern um den Eisstock zu schwingen.

Täglich 9 bis 22 Uhr (bis 4. März). Preise: Erwachsene 6 Euro, Kinder, Senioren 4,50 Euro, Familien ab 14 Euro (Tageskarte ), Schlittschuhverleih 4 Euro (Kinder), 6,50 Euro (Erwachsene). Infos: www.wienereistraum.com

( Kurier ) Erstellt am 01.02.2012