Chronik | Wien
10.09.2017

Tag der offenen Tür: Jüdisches Wien erleben

IKG-Präsident Oskar Deutsch fördert den Kontakt der jüdischen Gemeinde mit der Wiener Bevölkerung.

Der Andrang ist enorm, in der Seitenstettenstraße warten die Menschen, um in die Synagoge zu kommen. Es ist Tag der offenen Tür und der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, heißt alle willkommen. Juden, Nicht-Juden, Katholiken, Protestanten, Konfessionslose – alle sind hier versammelt. Das Interesse der Wienerinnen und Wiener an Führungen in der Synagoge ist groß. „Ask the Rabbi“ – ist das Motto.

Der Höhepunkt Sonntagmittag ist das Kantorenkonzert, an dem auch der Bischof der Evangelischen Kirche A.B., Michael Bünker, teilnimmt. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg singt Lieder über den Frieden und ruft alle auf, „mehr für den Frieden zu tun“. Als Oberkantor Shmuel Barzilai auftritt, bebt der Stadttempel. Barzilai wird gefeiert wie ein Pop-Star der jüdischen Kultur. Begeistert sind die Besucher auch von den Darbietungen des Wiener Jüdischen Chors unter der Leitung von Roman Grinberg.

Nicht nur Kultur, sondern auch Diskussionen mit jüdischen Jugendlichen zu „Judentum und Israel“ sowie Informationen über Feiertage und Religion vertiefen den Einblick in das jüdische Leben. Für Feinspitze gibt es auch kulinarische Genüsse. Koscherer Wein wird verkostet, am koscheren Buffet kann man sich mit Wiener Würstel stärken.

Ein Highlight ist die Pop Up Galerie, eine Kunstmesse in den Räumen des Simon Wiesental Center am Rabensteig.

IKG-Präsident Deutsch ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Türen der Gemeinde weit zu öffnen. „Er hat es geschafft, die Menschen für jüdisches Leben zu begeistern“, sagt eine ältere Dame aus dem achten Wiener Gemeindebezirk. Sie hofft, dass es den Tag der offenen Tür und das Kantorenkonzert auch im nächsten Jahr wieder gibt. „Ich bin bestimmt dabei.“