Chronik | Wien 24.02.2015

„Stinky’s Best“ fegte Gymnasium leer

Die Rettung rückte mit dem Katastrophenzug an. © Bild: KURIER/Michaela Reibenwein

Schüler schmissen den Scherzartikel in der Garderobe. Ein Übeltäter stellte sich der Direktorin.

Vom schlechten Gewissen geplagt, standen Dienstagfrüh ein junger Schüler und seine Eltern vor dem Zimmer der Direktorin in der Erdberg-Straße in Wien-Simmering. Der Schüler gab zu, der gesuchte „Stinkbomber“ gewesen zu sein. Wie berichtet, wurde das evangelische Gymnasium Montagnachmittag geräumt. Schuld war ein beißender Gestank nach faulen Eiern, der durch das gesamte Gebäude wehte.

„Der Schüler hat sich freiwillig gemeldet. Bei der Stinkbombe hat es sich um einen Scherzartikel gehandelt. Die Eltern hatten ihn gekauft“, erzählt Direktorin Elisabeth Sinn. Und auch ein zweiter Schüler wurde ausgeforscht – er dürfte die Stinkbombe „gezündet“, also die Ampulle geworfen, haben. Er wurde aus dem Klassenzimmer geholt.

„Schlimmer stinken geht nicht“

„Stinky’s Best“ hielt, was die Packung versprach – nämlich: „Schlimmer stinken geht nicht.“ 530 Schüler mussten das Schulgebäude verlassen. 14 Schüler und ein Erwachsener wurden von der Berufsrettung versorgt. Sie klagten über Übelkeit und brennende Augen. Zwei Jugendliche, 13 und 14 Jahre alt, wurden sogar ins Spital gebracht.

Eigentlich wollten die Burschen die Stinkbombe im Freien ausprobieren. Doch die Versuchung dürfte zu groß gewesen sein – einer warf sie noch in der Garderobe auf den Boden. Der Geruch entfaltete sich in wenigen Sekunden. „Sie wussten nicht, was sie da anrichten“, meint die Direktorin. „Aber ich bin froh, dass wir das so schnell klären konnten.“ Den ausgeforschten Schülern, 13 und 14 Jahre alt, drohen schulische Konsequenzen. Und möglicherweise auch finanzielle – Rettung, Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz.

Erstellt am 24.02.2015