Chronik | Wien
31.01.2012

Stadthallenbad: Sanierung soll weitergehen

Der verhängte Baustopp soll "so schnell wie möglich" beendet werden. Im Lauf der nächsten Woche dürften die Arbeiten wieder aufgenommen werden.

Die Renovierungsarbeiten im Wiener Stadthallenbad sind derzeit unterbrochen, da die Stadt unlängst einen Baustopp wegen gravierender Mängel veranlasst hat. Unter anderem war damals von undichten Becken und technischen Gebrechen die Rede. Bald soll im Roland-Rainer-Bau allerdings wieder gewerkt werden. Konkret sollen jene Arbeiten, die von der beantragten Beweissicherung durch Sachverständige nicht betroffen sind, "so schnell wie möglich" wieder aufgenommen werden, wurde in einer Aussendung am Dienstag versichert. "Wir hoffen, dass das im Laufe der nächsten Woche passiert", so eine Sprecherin von Sportstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ).

"Derzeit wird daran gearbeitet festzustellen, welche Firmen von den Problemen nicht betroffen sind", hieß in der Aussendung anlässlich eines von FPÖ und ÖVP verlangten gemeinderätlichen Sonderausschusses. Zudem werde derzeit ein entsprechender Terminplan für all jene Restarbeiten erstellt, "die eine Beweissicherung nicht gefährden und unabhängig davon auch jetzt durchgeführt werden können". Dadurch könne der derzeitige generelle Baustopp in einen teilweisen Baustopp umgewandelt werden.

"Unternehmen in die Pflicht nehmen"

"Wir wollen nicht, dass für jene Unternehmen, die ihre Leistung ordnungsgemäß erbracht haben, massive Nachteile entstehen. Ihre Leistungen werden nach korrekter Prüfung der Rechnungen natürlich auch rasch beglichen", sagte die Noch-Sportamtschefin und designierte kaufmännische Stadthallen-Geschäftsführerin Sandra Hofmann. Umgekehrt gelte es aber auch, alle Beteiligten, die die derzeitige Situation zu verantworten haben, "mit allen rechtlich gebotenen Mitteln in die Pflicht zu nehmen und entsprechenden Ersatz zu verlangen".

Laut Aussendung trat im Stadthallenbad erstmals am 19. Dezember im Garderobenbereich unterhalb des Hauptbeckens Wasser aus. Zwei Tage später, als das Hauptbecken gefüllt war, brach zudem einer der vier sogenannten Spindelkästen, die zum Heben und Senken des Hubbodens dienen. Bereits Mitte Dezember stellte sich zudem heraus, dass die Durchströmung des Hauptbeckens nicht funktioniert.

Ursache unbekannt

Die Ursache der Wasseraustritte hätten weder vom Generalplaner (dem Architekten Georg Driendl, Anm.) noch von den ausführenden Firmen und der örtlichen Bauaufsicht genannt werden können. Es sei aber versichert worden, dass die - mittlerweile obsolet gewordene - Wiedereröffnung Anfang Februar stattfinden können. Deshalb habe man auch Journalisten kurz vor Weihnachten zu einer Badführung geladen. Damals wurden die zutage getretenen Probleme mit keinem Wort erwähnt.

Am 23. Jänner wurde schließlich seitens der Wien-Holding, der Stadthalle sowie des Sportamts ein Baustopp verhängt und das Kontrollamt eingeschaltet. Ein Anwalt wurde außerdem beauftragt, die gerichtliche Beweissicherung zu beantragen. Wann die Sachverständigen nun die Baustelle unter die Lupe nehmen, könne derzeit nicht gesagt werden, so die Oxonitsch-Sprecherin heute. Schließlich liege die Sache mittlerweile in der Zuständigkeit des Gerichts.