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© Kurier/Juerg Christandl

Gericht
09/26/2016

Sklavenarbeit mitten in Wien

Menschenhandel. Zwei Angeklagte erschienen nicht, Prozess vertagt.

Der Prozess gegen eine Bande, die Arbeiter aus Rumänien mit falschen Versprechungen nach Österreich gelockt und auf Baustellen in Wien und Niederösterreich ausgebeutet haben soll, ist am Montag nach einer halben Stunde vertagt worden. Von fünf Angeklagten waren zwei nicht erschienen. Die Verhandlung wird daher am 8. November fortgesetzt. Die Beschuldigten sollen die Rumänen in ihrer Heimat angeworben haben – ihnen wurde ein monatlicher Lohn von 1.200 Euro zugesichert. Die Männer landeten auf Baustellen in Wien und Tulln, wo sie wochenlang keinen Lohn, sondern nur 200 Euro für Verpflegung bekamen.

Mit Drohungen eingeschüchtert

Als sich die Unzufriedenheit der Arbeiter immer mehr bemerkbar machte, wurden sie laut Staatsanwaltschaft an einen anderen Bauleiter vermittelt. Sie seien mit Drohungen ("Vergesst nicht, dass ihr zu Hause Familien habt") eingeschüchtert worden. Der Unterkunftgeber soll ihnen die Reisepässe abgenommen und sie auf eine Baustelle in Floridsdorf gezwungen haben, ihre "Mietschulden" abzuarbeiten. Dort stürzte am 25. November einer der Männer sechs Meter tief vom Dach. Erst nach Feierabend durfte der verletzte Mann von seinem Quartier aus die Rettung rufen, weswegen sich ein Angeklagter auch wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten muss.

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