Schweizerhaus: Im Prater blühen wieder die Schäume

Schweizerhaus
Foto: Kurier/Juerg Christandl Ein Kellner im Schweizerhaus legt pro Arbeitstag bis zu 20 Kilometer zurück. Dabei trägt er ein Tablett mit bis zu 20 Krügerln

Zahlreiche Stammgäste pilgerten zum 97. Saisonstart des Traditionsbierhauses in die Leopoldstadt.

Wenn an einem Märzvormittag trotz niedriger Temperaturen und großteils verschlossener Attraktionen Dutzende Personen in den Prater pilgern, kann das nur eines bedeuten: Saisoneröffnung im Schweizerhaus.

Schweizerhaus Foto: Kurier/Juerg Christandl Kurz vor elf Uhr hat sich eine richtige Menschentraube vor dem grünen Zaun eingefunden, der einen der größten und umsatzstärksten Biergärten Österreichs umgibt. "Aufsperren, aufsperren!", skandieren die Stammgäste, während für Karl Kolarik der schönste Moment das Tages anbricht: Er steckt den Schlüssel ins Schloss, öffnet unter Klatschen und Jubelrufen das grüne Tor – und binnen Sekunden tummeln sich im großen Garten wieder Dutzende Gäste. Die 97. Schweizerhaussaison der Familie Kolarik hat begonnen.

Schweizerhaus Foto: Kurier/Juerg Christandl Der allererste, der es durch das Tor geschafft hat, ist der Wiener Franz Mayer. Mit einem Grinsen im Gesicht schüttelt er zuerst die Hände seiner Stammkellner und nimmt dann an seinem Stammplatz im Stüberl ein erstes Krügerl Budweiser Budvar entgegen.

Tracht und Biermützen

Schweizerhaus Foto: Kurier/Juerg Christandl Maria und Franz Nyikos, ein paar Tische weiter, haben die Krügerln nicht nur in der Hand, sondern auch auf dem Kopf. Zur Feier des Tages haben die beiden nicht nur ihre Tracht aus dem Kleiderschrank geholt, sondern sich auch die rot-grünen Schweizerhaus-Schals umgehängt und gelbweiße Biermützen aufgesetzt. Was das Schweizerhaus ausmacht? "Alles", sagt Maria Nyikos und lacht. "Die Atmosphäre, der Garten, die Kellner..." – "... und das Bier", ergänzt Schwiegersohn Franz.

Schweizerhaus Foto: Kurier/Juerg Christandl Mit ihren besonderen Hüten waren die Nyikos’ alleine; Lederhose und Dirndl haben dem Traditionsgasthaus zu Ehren jedoch einige Gäste angezogen. Diese Rückkehr zur Tracht freut Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus (FPÖ), der für ein erstes Bier der Saison einen beigem Lodenjanker wählte. Ebenfalls anwesend war die grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt, Uschi Lichtenegger, die der Schweizerhaus-Eröffnung zum ersten Mal beiwohnte: "Ich bin beeindruckt, wie viele Stammgäste sich nach viereinhalbmonatiger Abstinenz an einem Mittwochvormittag hier eingefunden haben, um die Wiedereröffnung zu feiern."

(kurier) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?