Chronik | Wien
22.03.2017

Schießerei vor Hotel Hilton: Verdächtige enthaftet

Dringender Tatverdacht gegen Trio nicht mehr aufrecht. Mutmaßlicher Schütze auf der Flucht.

Nach der Schießerei vor dem Wiener Hotel Hilton vom 5. März sind am Mittwoch drei ursprünglich Verdächtige vom Landesgericht für Strafsachen auf freien Fuß gesetzt worden. Das bestätigte Gerichtssprecher Thomas Spreitzer der APA. Die Staatsananwaltschaft verzichtete auf eine Beschwerde gegen die Enthaftung.

Die drei Männer - zwei Serben im Alter von 21 und 41 Jahren und ein 44-jähriger Montenegriner - waren festgenommen worden, nachdem vor dem Club "The Box" einem 31-jährigen Rumänen in den Oberschenkel geschossen wurde. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich jedoch heraus, dass die drei zwar bewaffnet waren, von ihren Schusswaffen aber nicht Gebrauch gemacht hatten. "Der dringende Tatverdacht gegen das Trio war damit vom Tisch", bemerkte Verteidiger Philipp Wolm, gegenüber der APA.

Der Rumäne hatte in dem Club, der sich im selben Gebäude wie das Hotel Hilton befindet, eine Frau kennengelernt. Zu vorgerückter Stunde entzündete sich zwischen den beiden ein Streit, im Zuge dessen der 31-Jährige mit der Faust wuchtig gegen die Wand schlug. Darauf wurde er des Lokals verwiesen - angeblich von insgesamt sieben Männern.

Einem von ihnen soll der rausgeschmissene Rumäne zugerufen haben, er möge "rauskommen, dann machen wir uns das eins zu eins aus". Darauf soll dieser eine Faustfeuerwaffe gezückt und über ein Absperrgitter hinweg dem 31-Jährigen ins Bein geschossen haben. Während der Verletzte ins Spital kam und ärztlich versorgt wurde, gelang dem Schützen die Flucht vom Tatort. Er dürfte sich ins Ausland abgesetzt haben. Die Polizei soll dem Vernehmen nach mittlerweile seine Identität kennen und gezielte Fahndungsmaßnahmen eingeleitet haben.