Dimitra Reimüller ist seit 25 Jahren beim Dorotheum.

© KURIER/Jeff Mangione

Wien
11/16/2013

Schatz oder Schätzchen: Experten bewerten

Bereits zum 7. Mal prüfen Spezialisten des Dorotheums Objekte gratis und schätzen ihren Wert.

Trachtenschmuck, Bronzestatuen oder auch Teddybären – es ist ein wildes Sammelsurium an Gegenständen, das den beiden Dorotheum-Experten Gerhard Jirak und Dimitra Reimüller Samstagnachmittag zum Schätzen gereicht wird.

„Ich habe die vergoldete Briefmarkensammlung meines Vaters mitgenommen“, erzählt Beamtin Eva. 2000 Euro habe ihre Schwester dafür erhalten, Eva möchte nun wissen, wie viel die Sammlung wirklich wert ist. Und dann verkaufen? „Nein, ich möchte nur gerne einmal den Wert wissen.“ Diese Einstellung teilt die 58-Jährige mit vielen anderen Gästen, die potenzielle Schätze in die Mariahilfer Straße 198 brachten.

Bereits zum siebten Mal lud der Lagerraumanbieter „MyPlace-SelfStorage“ Interessierte ein, Objekte, die auf Dachböden und in Lagerabteilungen herumkugeln, von Experten kostenlos begutachten zu lassen.

Gut 100 Personen kommen zu den Veranstaltungen, erzählt Alexia Gerhardus von MyPlace. Die Events sind auch in den Filialen in Deutschland und der Schweiz sehr beliebt.

Emotionaler Wert

Erna Zeiner ist doch ein wenig enttäuscht, dass ihre Drucke wertlos sind. „Der eine ist anscheinend bloß eine Reproduktion – obwohl er handsigniert ist. Und der andere ist zwar echt – aber der Künstler wurde seit Jahren nicht mehr verkauft.“ Aufgeben will die 70-Jährige trotzdem nicht. „Ich hab noch japanische Holzschnitte zu Hause. Vielleicht habe ich da mehr Glück.“

Viele der mitgebrachten Gegenstände haben lediglich emotionalen Wert für die Besitzer. Doch hin und wieder ist ein wahrer Schatz dabei: Im Mai 2012 wurde eine Öl-Acryl-Arbeit von Georges Matthieu auf 10.000 Euro geschätzt.

„Es kommen viele Menschen hierher, die sich nicht ins Dorotheum trauen“, erläutert Alexia Gerhardus. „Oder Leute, die gerne die Chance nützen möchten, ihre Schätze gratis werten zu lassen.“

Doch was viele nicht wissen: Auch im Dorotheum ist die Beratung kostenlos.

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