Rot-Grün lässt Deserteure warten

Heldenplatz
Foto: Kurier/Gnedt Die Stadt will nun offiziell den Heldenplatz als möglichen Standort prüfen.

Die Entscheidung über ein Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht wurde vertagt. Der Heldenplatz wird als Standort favorisiert.

Der große Wurf blieb aus. Auch nach der Sitzung der rot-grünen Stadtregierung am Freitag ist unklar, wo das Denkmal für Deserteure der NS-Wehrmacht nun errichtet werden soll. Knapp zwei Stunden tagten Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) und der grüne Klubobmann David Ellensohn mit Historikern und NS-Experten. Das dürftige Ergebnis der Sitzung: Die Stadt will nun offiziell den Heldenplatz als möglichen Standort prüfen. Hierfür seien noch Gespräche mit dem Bund als Eigentümer des Areals nötig. Wieso diese Gespräche nicht schon geführt wurden – immerhin liegt die Va­riante längst auf dem Tisch – kann im Rathaus niemand beantworten. Außerdem wird in Pokornys Büro betont, dass der Heldenplatz nicht zwingend erste Präferenz sei. Wieso die Variante dann überhaupt geprüft wird? Auch hier bleiben die Antworten vage. Nur so viel: „Auch alle vier anderen im Vorfeld genannten Stand­orte bleiben im Spiel.“

Dabei handelt es sich um den Ballhausplatz, den Julius-Raab-Platz, den Grete-Rehor-Park zwischen Parlament und Justizpalast und die Rossauer Lände. Sie sind alle im Eigentum der Stadt. „Die Zeit wird knapp“, sagt indes Thomas Geldmacher vom Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Justiz“. Er bezweifelt, dass der Eröffnungstermin im Herbst 2013 hält. „Die Experten haben ihre Arbeit erledigt“, drängt Geldmacher, „nun ist die Politik am Zug.“ Die Zahl der noch lebenden Deserteure bewege sich nur mehr im niedrigen dreistelligen Bereich. „Und es werden laufend weniger. Es wäre schön, wenn diese Menschen das Denkmal noch erleben.“ 

(kurier / M. Gantner) Erstellt am
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