Zum ersten Mal ging die Wiener Regenbogenparade 1996 über die Bühne und ist seither ein bedeutendes Symbol für eine Kultur der Solidarität, Akzeptanz und Gleichberechtigung.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Schwule & Lesben
06/14/2014

Andersrum zum Rekordumsatz

Unternehmer bemühen sich um die spendierfreudige Zielgruppe.

von Bernhard Ichner

Demonstrationen in der Wiener Innenstadt wären schlecht fürs Geschäft, meint man in der Wirtschaftskammer (der KURIER berichtete). Dass man allerdings nicht alle Kundgebungen über einen Kamm scheren kann, beweist eine der größten Demos Österreichs: die Regenbogenparade, die am Samstag gegen die Fahrtrichtung – also andersrum – die Ringstraße entlangzog. Mehr als 100.000 Teilnehmer machen die schrille Kombination aus Demo und Spaß-Event zu einem enormen Wirtschaftsfaktor.

Den Organisatoren von der Homosexuellen Initiative Wien (HOSI) geht es um die rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung Schwuler, Lesben, Bisexueller und Transgender-Personen. Von der Veranstaltung profitieren aber auch zahlreiche Unternehmer – ob es nun um die Bereitstellung der Infrastruktur, die Vermietung der Trucks, Merchandising oder Security-Personal geht. "Das Gesamtbudget für die Regenbogenparade und das Pride Village auf dem Rathausplatz beträgt 80.000 Euro", erklärt HOSI-Obmann Christian Högl.

Von Gastronomie, Hotellerie und Handel ganz zu schweigen. Dort machen etliche Geschäftsleute in der Woche der Pride Vienna Rekordumsätze.

So etwa Peter Wild, der in der Lange Gasse 10 (8. Bezirk) die schwulenfreundliche "Pension Wild" betreibt. Kompetente Beratung für die spendierfreudige Klientel wird hier groß geschrieben. Zurzeit sind alle 19 Zimmer und die drei Apartments komplett ausgebucht – zu 90 Prozent von homosexuellen Gästen.

"Der schwule Gast will eine persönliche Ansprache", sagt Wild. "Dafür lässt er auch viel Geld da. Er geht gern gut essen und steht auf Shoppen."

Jürgen Tarbauer, der Geschäftsführer der "ES Collection" in der Laimgrubengasse 4 (6. Bezirk), kann das nur bestätigen. Hier ist man auf figurbetonte, farblich schrille Unterwäsche und Bademode spezialisiert – ausschließlich für den Mann. Zwar kämen auch heterosexuelle Kunden oder Frauen, die für ihre Freunde einkaufen, doch rund 60 Prozent der Kunden seien homosexuell.

Wie man das erkennt? "Da gibt’s ein paar Indizien", sagt Tarbauer, der mit der Firma OMNES auch Österreichs größte Gay-Marketingagentur leitet. "Heteros sind nicht so probier- und farbenfreudig. Die wollen eher einfache, gedeckte Farben." Fad halt.

Und die schwule Klientel gebe mehr aus. "Heteros kaufen im Schnitt um 150 bis 200 Euro ein, Schwule um 500 Euro."

Gay-Marketing

Die Bedeutung schwuler und lesbischer Gäste für die Wirtschaft hat man auch beim Wien-Tourismus längst erkannt. Dort setzt man bereits seit 1997 auf sogenanntes "Gay & Lesbian Marketing". Auf internationalen Messen, auf Facebook, auf www.wien.info/gay und mittels diverser Gay-Guides wird die begehrte Zielgruppe polyglott umworben.

Offenbar mit Erfolg: Bei einer Online-Befragung 800 Städtetourismus-affiner Schwuler und Lesben attestierten 91,5 Prozent Wien eine besondere Attraktivität. Und auf der Internet-Plattform gaycities.com wurde die Bundeshauptstadt von Reisenden aus der Community auf Platz eins aller Kulturmetropolen gewählt. Vor Austin, Seattle, Bangkok und Stockholm.

Bilder: Ein bunter Kampf gegen Diskriminierung

Regenbogenparade 2014…

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19. REGENBOGENPARADE IN WIEN

Regenbogenparade 2014…

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