Der Vorfall ereignete sich in der Prater Hauptallee (Archivbild).

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Wien
05/12/2016

Radfahrerin im Wiener Prater fast vergewaltigt

21-jähriger Algerier dürfte Opfer noch beraubt haben. Als ein Passant auf den Vorfall aufmerksam wurde, flüchtete der Mann.

Eine Radfahrerin (48) ist in der Nacht auf Donnerstag in der Hauptallee im Wiener Prater beinahe Opfer einer Vergewaltigung geworden. Der mutmaßliche Täter - ein 21-jähriger algerischer Staatsbürger - attackierte die Frau laut Polizei, als sie kurz vom Rad abstieg. Der Mann war in seiner ersten Einvernahme dazu nicht geständig. Er befand sich am Nachmittag noch in Polizeigewahrsam.

Gegen 3.00 Uhr stieg die Frau kurz vom Rad ab, da attackierte sie der Mann. Der Beschuldigte habe sein Opfer plötzlich am Hals gepackt und versucht, die Frau zu vergewaltigen. Die 48-Jährige wehrte sich aber mit aller Kraft. "Sie hat ihn auch gebissen", sagte Polizeisprecherin Michaela Rossmann.

Opfer noch beraubt

Erst als ein weiterer Radfahrer auf den Vorfall aufmerksam wurde, ließ der Angreifer von dem Opfer ab. Bevor er flüchtete, raubte er seinem Opfer noch die Geldbörse. Die Frau erlitt bei dem Übergriff Verletzungen im Halsbereich.

Verdächtiger festgenommen

Bei einer Sofortfahndung der Polizei wurde ein Verdächtiger unweit des Tatorts in der Leopoldstadt festgenommen. Die Frau erkannte den Mann auf einem Foto bei ihrer Einvernahme Donnerstagvormittag eindeutig wieder. Der Beschuldigte hatte bei seiner Festnahme keine Dokumente bei sich, ersten Erhebungen zufolge handelt es sich aber um einen 21-jährigen Algerier.

Vergewaltigung am Praterstern: U-Haft verlängert

Indes hat das Straflandesgericht die U-Haft über jene drei afghanischen Jugendlichen um weitere vier Wochen verlängert, denen die Vergewaltigung einer 21-jährigen türkischen Erasmus-Studentin am Praterstern vorgeworfen wird. Der Haftgrund der Tatbegehungsgefahr bleibe weiter aufrecht, teilte Gerichtssprecherin Christina Salzborn mit.

Die Flüchtlinge im Alter von 16 und 17 Jahren hatten die Studentin gezielt vor der Toiletten-Anlage im Bahnhofsbereich abgepasst, um "Sex zu haben", wie einer von ihnen nach der Festnahme zugab. Sie öffneten die versperrte Kabinentür mit einer Münze, rangen die junge Frau zu Boden und hielten ihr den Mund zu, als sie um Hilfe schrie. Ihr Kopf wurde auch gegen die WC-Muschel geschlagen, als sie sich zur Wehr setzte.

Ende des Monats wird die Studentin kontradiktorisch als Zeugin vernommen. Damit bleibt ihr ein Auftritt in der Hauptverhandlung erspart. Es muss dann nur noch die DVD mit ihrer Aussage abgespielt bzw. das Protokoll mit ihren Angaben verlesen werden. Mit dem Prozess gegen die Jugendlichen dürfte bereits im Sommer zu rechnen sein.

Polizei ändert Strategie

Nach den jüngsten Vorfällen am Praterstern ändert die Wiener Polizei jetzt am Drogen-, Bettler- und Gewalt-Hotspot der Stadt ihre Strategie. Laut Statistiken werden aktuell ein Prozent aller in Wien angezeigten Straftaten (420 strafrechtliche Delikte) am Pendler-Drehkreuz in der Leopoldstadt begangen.

Die Dealerszene am Praterstern rekrutiert sich aus jungen Nordafrikanern und Afghanen. 140 Drogendelikte wurden in den vergangenen Tagen angezeigt. Sprengt die Polizei diese Szene, sollten auch die Eigentums- und Gewaltdelikte zurückgehen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Frau in Niederösterreich vergewaltigt

Auch in Marchegg in Niederösterreich (Bezirk Gänserndorf) ist eine Frau vor einigen Tagen das Opfer einer Vergewaltigung geworden. Die Landespolizeidirektion NÖ hat am Mittwoch auf Anfrage einen NÖN online-Bericht bestätigt. Gefahndet werde nach zwei Verdächtigen.

Laut Polizeisprecher Johann Baumschlager hatte sich die Tat am 29. April zugetragen. Seitens der Staatsanwaltschaft Korneuburg sei eine körperliche Untersuchung des Opfers angeordnet worden. Die Ermittlungen in dem Fall laufen. Mehr dazu lesen Sie hier.