Chronik | Wien
10.02.2017

Prozess: Selbsternannter "Lovecoach" vor Gericht

Robert Nissel auf seiner Autogrammkarte © Bild: Robert Nissel

Der 64-Jährige, der mit der TV-Serie "Das Geschäft mit der Liebe" bekannt wurde, muss sich vor Gericht verantworten. Verhandlung wurde heute auf unbestimmte Zeit vertagt.

Robert Nissel, der sich mit der im Privatfernsehen ausgestrahlten Sendereihe "Das Geschäft mit der Liebe" einen gewissen Namen gemacht hat, hat am Freitag im Wiener Landesgericht auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Der Staatsanwalt warf dem selbst ernannten " Lovecoach" versuchte Bestimmung zur Bestechung, Freiheitsentziehung und Nötigung zur Last.

Die Verhandlung wurde am Freitagnachmittag zur ergänzenden Beweisaufnahme auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Staatsanwalt stellte eine Reihe von Beweisanträgen, welche die von ihm erhobenen Vorwürfe untermauern sollen.

"Es war patschert"

Der 64-Jährige, nach eigenen Angaben "Zwangspensionist, weil ich einen Herzinfarkt gehabt habe", bekannte sich nicht schuldig. Er sei "eine tatscht in irgendwas. Es war patschert." Mitangeklagt war ein Bekannter Nissels - der ehemalige Wiener Kriminalpolizist hatte nach einer strafrechtlichen Verurteilung den Polizeidienst quittieren müssen und ist nunmehr als kaufmännischer Angestellter tätig.

Der " Lovecoach" und der "Ex-Kieberer" waren bei Bau-Vorhaben auf einen gebürtigen Serben hineingefallen. Nissel wollte auf seinem Grundstück in Bad Fischau sieben Reihenhäuser errichten, der mit der Umsetzung beauftragte Serbe setzte das Projekt allerdings in den Sand. Es kam zu Schwierigkeiten und letztlich einem Baustopp, der "Lovecoach" trennte sich von der Liegenschaft und musste auch noch um 100.000 Euro die halb fertigen Häuser abreißen lassen.

"Das war meine Altersvorsorge. Die ist jetzt weg", bilanzierte Nissel nun vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Helene Gnida). Deswegen sei er auf das Angebot eines ebenfalls aus Serbien stammenden Bekannten eingestiegen, der in Aussicht gestellt hatte, er könne die 440.000 Euro, die der "Lovecoach" von dem serbischen Baufirma-Besitzer zurückwollte, eintreiben. Ähnliches hatte der Ex-Polizist vor, der an den Unternehmer ebenfalls bei einem Bauprojekt mehrere 100.000 Euro verloren hatte.