Chronik | Wien
08.05.2017

Getreidemarkt-Projekt für Häupl noch nicht fix

Der Bau eines sicheren Radwegs wurde aber von SPÖ und Grünen im März beschlossen. ÖAMTC zeigt sich erfreut.

Seit vergangener Woche sorgt die Baustelle am Getreidemarkt vor allem während der Stoßzeiten für Verdruss unter den Autofahrern.

Verärgert sind viele Autofahrer auch deswegen, weil im Zuge der Bauarbeiten Radwege gebaut werden und dadurch Richtung Naschmarkt ab September nur mehr zwei anstelle von drei Autofahrspuren zur Verfügung stehen werden.

Geht es nach Bürgermeister Michael Häupl ( SPÖ), ist in Bezug auf die Oberflächengestaltung des Projekts das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Am Rande eines Verkehrsgipfels meinte er am Montagvormittag, nun würden erst einmal die notwendigen Wasserrohre getauscht werden und „dann schau ma mal“, berichtete der ORF.

"SPÖ hat mitbeschlossen"

Doch offenbar weiß hier die rechte Hand nicht, was die linke tut. Denn im Büro der zuständigen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) kommentiert man die Aussage des Bürgermeisters mit den Worten: „Das Projekt am Getreidemarkt entschärft eine der gefährlichsten Stellen im Wiener Radverkehrsnetz und sorgt für Verkehrssicherheit für tausende Radlerinnen und Radler. Es geht hier darum, tödliche Unfälle und schwere Verletzungen zu vermeiden. Deshalb wurde das Projekt bereits im März mit den Stimmen von SPÖ und Grünen beschlossen. Und: Es befindet sich bereits in Bau.“

4200 Unterschriften

Der ÖAMTC begrüßte indes die Aussagen des Bürgermeisters. „Die Aussage des Bürgermeisters zeigt, dass er sein G'spür für die Probleme der Wienerinnen und Wiener noch nicht verloren hat“, meinte ÖAMTC-Interessenvertreter Bernhard Wiesinger. „Wir sind jederzeit bereit, die Probleme des aktuellen Vorschlags zu erläutern und nachzuweisen, dass man für die Errichtung eines sicheren Radweges nicht Fahrspuren streichen muss."

Die Unterschriften Aktion „Stau nach Plan“, mit dem der ÖAMTC gegen das Projekt am Getreidemarkt mobil macht, haben bis dato 4.200 Wienerinnen und Wiener unterschrieben. Mehr als 1.500 Betroffene haben zudem Protestmails an Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou geschickt.