ARCHIV - Ein Arzt fuer Allgemeinmedizin, rechts, untersucht am 6. Februar 2009, einen Patienten in seiner Praxis in Stuttgart. Aerzte müssen sich darauf einstellen, von ihren Patienten kuenftig oeffentlich im Internet bewertet zu werden. Barmer Ersatzkasse und Techniker Krankenkasse (TK) zeigten am Wochenende Interesse am von den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) geplanten "Aerzte-TUEV". Dagegen warnten Mediziner und Standesvertreter vor einem populistischen Bewertungssystem ohne Aussagekraft. Die AOK hatte angekuendigt, Leistung und Service der rund 185.000 niedergelassenen Mediziner und Zahnaerzte im Internet von ihren 24 Millionen Versicherten bewerten zu lassen. Das Bewertungsportal "AOK-Arzt-Navigator" solle im kommenden Jahr starten und ziele auf Verbesserungen der Behandlungsqualität ab, berichtete die "Sueddeutsche Zeitung". (AP Photo/Thomas Kienzle) --- FILE - In this Feb. 6 2009 file picture a medical doctor examines a patient in his surgery in Stuttgart, southern Germany. (AP Photo/Thomas Kienzle)

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Primärversorgung
02/02/2015

Wien startet zwei Pilotzentren

Das Projekt nahe dem Donauspital soll im zweiten Quartal 2015 eröffnen, ein zweiter Standort in Mariahilf ist geplant.

Das Modell der Primärversorgung soll in Zukunft nicht nur Spitalsambulanzen entlasten, sondern auch für kürzere Wartezeiten für die Patienten sorgen. In Wien sind derzeit zwei Pilotzentren geplant, jenes nahe dem Donauspital soll im zweiten Quartal 2015 eröffnen, wie eine Sprecherin von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) bestätigte.

Derzeit laufe die Ausschreibung für drei Allgemeinmediziner, die zusammen mit Krankenpflegern, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern in einer Art Gruppenpraxis arbeiten sollen. Neben klassischer Primärversorgung ist dort auch eine enge Zusammenarbeit mit den Ambulanzen des Sozialmedizinischen Zentrums Ost - Donauspital geplant. Unter anderem will man sich verstärkt um Diabetes-Patienten kümmern.

Neben der Allgemein-Versorgung liegt der Fokus der Pilotzentren auf chronisch kranken, multimorbiden bzw. geriatrischen Patienten, unter der Woche soll das neue Zentrum zehn Stunden zwischen 7 und 19 Uhr pro Werktag geöffnet sein. Damit soll es den Patienten erleichtert werden, noch vor ihrem Arbeitsbeginn bzw. am Abend einen Arztbesuch zu erledigen. Der zweite Standort ist für Wien-Mariahilf im Rahmen einer bestehenden Gruppenpraxis geplant - da hier die Nähe zu einem Spital fehlt, sollen etwa auch Physiotherapeuten und Sozialarbeiter eingebunden werden. Die Kosten teilen sich Gebietskrankenkasse und Stadt Wien. Beide Pilotprojekte sollen über fünf Jahre begleitend evaluiert werden, um Erfahrungswerte für künftige Zentren zu sammeln. Im Laufe des Jahres soll noch ein drittes Pilotprojekt im 15. Bezirk dazukommen.

Derzeit fehlen der Primärversorgung allerdings noch die rechtlichen Grundlagen durch das entsprechende Bundesgesetz. Für die Wiener Pilotprojekte soll das jedoch kein Hindernis sein, wie das Büro Wehsely versicherte.