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Chronik Wien
02/20/2021

Postenkarussell in Peter Hackers Machtbereich

Gesundheit und Soziales. Zuletzt sorgten Personalia immer wieder für Aufsehen. Neustrukturierung nach Causa Graumann.

von Stefanie Rachbauer, Josef Gebhard

Gabriele Graumann dürfte in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des städtischen Kuratoriums Wiener Pensionistenwohnhäuser (KWP) zuletzt der Sinn für korrektes Verhalten abhandengekommen sein. Das ist seit spätestes Donnerstag klar. Wie berichtet, wurde Graumann wegen einer ganzen Liste von Verfehlungen entlassen – darunter unrechtmäßige Prämienzahlungen von in Summe rund 50.000 an sie selbst und an ihren Lebensgefährten. Auch die Staatsanwaltschaft untersucht den Fall. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Eine Ursache dürfte die jetzige Struktur des KWP sein. Denn der Vorstand hat am Donnerstag beschlossen, diese zu überarbeiten. Wie der KURIER erfahren hat, wird gar eine neue Satzung ausgearbeitet. Zentrale geplante Neuerung: Statt bisher einem soll es künftig zwei Geschäftsführer geben – einen fachspezifischen und einen allgemeinen. Das soll eine wechselseitige Kontrolle gewährleisten. Ausgeschrieben werden die Stellen, sobald die neue Satzung beschlossen ist.

Und: Die Bereiche Compliance und Recht, die jetzt in einer Abteilung zusammengefasst sind, sollen getrennt werden. Auch das soll mehr Transparenz schaffen.

Es ist nicht die einzige Personalie, die zuletzt im Wirkungsbereich von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) für Diskussionen sorgte. Viel Staub wirbelte im September auch die Neubesetzung der Führung der MA 15 (Gesundheitsdienst) auf – auch wenn hier keinerlei strafrechtlich relevante Vorwürfe eine Rolle spielen.

Rochade mitten in der Krise

Besonders der Umstand, dass Landessanitätsdirektorin Karin Spacek mitten in der Corona-Pandemie von der Leitung der MA 15 abgezogen wurde, sorgte damals für gehöriges Rumoren – nicht nur in den Reihen der Opposition. Immerhin: Spacek wurde nicht gefeuert, sondern in die MA 24 (Strategische Gesundheitsversorgung) versetzt, wo sie sich unter anderem um die Impfstrategie der Stadt kümmert.

Bis heute wird gerätselt, ob die Personalrochade zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt mit Pannen im Corona-Management zusammenhängt, wie die Opposition argwöhnt. Im Hacker-Büro weist man das zurück: Aufgrund der vielen zusätzlichen Aufgaben durch die Pandemie habe man die Verantwortlichkeiten breiter aufgestellt und die Funktionen Landessanitätsdirektorin (bleibt Spacek weiterhin) und MA-15-Leitung getrennt.

Neu besetzt wurde die MA-15-Führung mit dem Gesundheitsökonomen Jochen Haidvogel, der in den vergangenen Jahren durch rasche Jobwechsel innerhalb der Stadt Wien aufgefallen war. Ab 2014 war er stv. Leiter der Wiener Berufsrettung, 2018 wurde er Pflegedirektor in der Klinik Floridsdorf, von wo er überraschend nach nur zwei Jahren in die Magistratsdirektion wechselte.

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