Chronik | Wien
17.05.2017

Polizeischutz für FP-Gudenus nach IS-Todesdrohung

Anschlag soll im Sommer des Vorjahres geplant gewesen sein

Eine Todesliste des IS, die in Ägypten aufgetaucht ist, soll den Namen eines österreichischen Politikers enthalten - das berichtet "Heute". Es handelt sich um den Wiener FP-Vizebürgermeister Johann Gudenus, der das im KURIER-Gespräch bestätigt. Dem Vernehmen nach soll im Sommer des Vorjahres ein Anschlag auf Gudenus geplant gewesen sein.

„Ich wurde am Montag vom Landesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT, Anm.) über die Angelegenheit informiert“, sagt Gudenus, der sich derzeit mit einer Delegation im russischen Kasan befindet. Als Sicherheitsmaßnahme führt die Exekutive regelmäßige Patroullien bei der Wiener Wohnung durch, in der der Vizebürgermeister mit seiner Frau lebt. Nach seiner Rückkehr am Montag wird die weitere Vorgehensweise besprochen. Etwa ob Gudenus selbst nun auch einen Personenschutz bekommt. Unklar sei noch, wie lange die Sicherheitsmaßnahmen aufrecht erhalten werden müssen.

Der Wiener Verfassungsschutz hält die Bedrohung für „konkret und ernst einzuschätzen“. Gudenus soll übrigens der einzige Österreicher auf dieser Liste sein.

Warum gerade er auf der IS-Liste steht, kann sich Gudenus nicht erklären. Laut dem Vizebürgermeister gab es seitens der Behörden zunächst die Vermutung, dass sich die Extremisten unter anderem an der Hochzeit mit seiner jetzigen Frau Tajana vor wenigen Wochen im serbischen Teil Bosniens stoßen würden. Angesichts dessen, dass der Anschlag schon im Vorjahr geplant gewesen sein soll, kommt dieses Motiv mittlerweile aber nicht mehr in Betracht.

Im Innenministerium schweigt man sich über die Angelegenheit aus.