Chronik | Wien
23.04.2012

Pitbull-Attacke aus Ausländerhass

"Ich glaubte, dass ich schon tot bin": In Floridsdorf hetzte ein Mann seinen Hund auf zwei 14-Jährige.

Die Szenen, die sich am Sonntagabend auf einem Kinderspielplatz in Wien-Floridsdorf abgespielt haben, würde man eher in einem Horrorfilm vermuten: Aus heiterem Himmel hetzte ein Mann seinen Pitbull-Terrier auf zwei 14-jährige Schüler und bedrohte einen von ihnen anschließend mit einem Messer. Während die Opfer mit leichten Blessuren davonkamen, fehlt von dem Täter bisher jede Spur.

"Wir sind an einem der Tische gesessen und haben uns unterhalten, als plötzlich dieser Mann mit seinem Hund kam", sagt der 14-jäh­rige Murat B. zum KURIER. Dann dürften sich die Ereignisse auf dem Spielplatz hinter der Reihenhausanlage Robert-Lach-Gasse überschlagen haben: "Der Mann hat ,Friss" zu seinem Hund gesagt und plötzlich hat uns der Hund angefallen."

Während seinem Freund die Flucht gelang, wurde Murat B. von dem weißen Pitbull-Terrier angesprungen. "Ich bin gestürzt und habe versucht, den Hund wegzudrücken", schildert der 14-Jährige. Erst auf Befehl des Täters ließ der Hund schließlich von ihm ab.

Das Martyrium des 14-Jährigen sollte damit aber noch nicht zu Ende sein: Denn sogleich zückte der Hundehalter ein Messer und drückte es dem 14-Jährigen gegen den Hals. Während­dessen soll er ausländerfeindliche Parolen von sich gegeben haben.

Sofortfahndung

"In dem Moment glaubte ich, dass ich schon tot bin", sagt Murat B. Zu seiner Überraschung ließ der Täter aber plötzlich von ihm ab und entfernte sich samt Hund. Murat B. erlitt bei der Attacke eine Schürfwunde am Ellbogen und eine leichte Kratzspur am Rücken.

Die Sofortfahndung der Polizei verlief zwar negativ, Hinweise erwartet man sich aber durch die Personen­beschreibung: Der Mann soll zwischen 25 und 35 Jahre alt, zirka 1,75 bis 1,85 Meter groß und von molliger Statur sein. Er trug eine Militärhose und ein weißes T-Shirt.