Chronik | Wien
20.01.2012

Parkchip ersetzt das Parkpickerl

Mit der Ausweitung der Parkzonen wird es ab Herbst auch ein Chipsystem zur Überprüfung der Kurzparkzonen geben.

Leopold Bubak ist derzeit ein viel beschäftigter Mann. Seit der 52-jährige Leiter der MA 65 von der Stadt zum Parkpickerlkoordinator bestellt wurde, muss er knapp 20 Dienststellen koordinieren. Denn ab Herbst 2012 sollen die neuen Parkzonen feststehen. Zeitgleich wird das Parkpickerl von einem Chip abgelöst.

„Derzeit arbeiten unsere Experten noch an den technischen Details zur Umsetzung“, erklärt Bubak im KURIER-Gespräch. Eine flächendeckende Einführung dürfte aber noch etwas dauern. Bubak: „Wir wollen im Herbst mit einem ersten Pilotprojekt starten.“ Der Parkchip wird dabei anstatt des Pickerls am Auto angebracht. Der Vorteil: Die Gültigkeit lässt sich von den Kontrolloren rasch bestimmen. Zusätzlich sinkt der Verwaltungsaufwand für die Autofahrer. „Man wird den Chip in der Trafik kaufen können“, sagt Bubak, auch die Verlängerung der Gültigkeit soll dank Chips ohne lange Amtswege erfolgen. Zusätzlich erlaubt der Parkchip zusätzliche Flexibilität, die bei der Ausweitung der Parkzonen gefragt ist.

 

Diskussionen

Die Parkzonen werden derzeit in den Bezirken heiß diskutiert. Während etwa der 15. Bezirk für eine flächendeckende Einführung ist, reagieren andere Bezirke noch zurückhaltend. „Derzeit werden noch Gespräche auf Verwaltungsebene geführt, doch es gibt laufend Kontakt mit den Bezirken“, sagt Bubak, „denn jeder Bezirk hat spezielle Voraussetzungen.“ Ein großes Thema in den Außenbezirken sind Schrebergärten, deren Besitzer bisher nicht ans Pickerl denken mussten. „Eines ist klar, zwei Pickerln wird es nicht geben“, sagt Bubak. Aber der Parkchip könnte in den Sommermonaten für einen Außenbezirk gelten, im Rest des Jahres für den Wohnbezirk.

Mit den betroffenen Bezirken soll nun in Einzelberatungen intensiv über mögliche Zonengrenzen nachgedacht werden. „Ideal wäre, wenn sich viele Bezirke beteiligen, damit wir eine geschlossene Außengrenze haben“, erklärt Bubak. Viel Zeit für taktische Mätzchen haben die Bezirkspolitiker aber nicht mehr. „Bis Anfang März müssen sich die Bezirke entscheiden“, stellt Bubak klar.

Danach sei das Fenster für eine Ausweitung erst einmal geschlossen. Man müsse die Neuregelung erst über zwei Jahre evaluieren, bevor man daran denken kann, neue Parkzonen einzuführen.

Weiterführende Links

Bezirke: Noch herrscht Uneinigkeit über Parkpickerl-Zonen

Das Aus für das Parkpickerl in den SP-Bezirken Simmering, Liesing, Floridsdorf und Donaustadt hat SP-Gemeinderat Karlheinz Hora bereits in einer Aussendung verkündet. Bei den geplanten „Insellösungen“ seien noch zu viele Fragen offen, wie man in der SPÖ meint. Hintergrund: Man befürchtet eine Ablehnung in der Bevölkerung und zusätzliche Wählerstimmen für die FPÖ.

Im Westen gehen die Uhren anderes: Im 15. Bezirk scheint sich das Parkpickerl flächendeckend durchzusetzen – mit kleinen Ausnahmen. SP-Bezirkschef Gerhard Zatlokal: „Wir wollen Nachbarbezirken entgegenkommen und über Überlappungszonen an den Bezirksgrenzen verhandeln.“ Der Ottakringer SP-Bezirksvorsteher Franz Prokop will die Bürger befragen: „Wir bereiten einen Diskussionsprozess mit der Bevölkerung vor. Erst dann werden wir entscheiden.“ Auch in Meidling und Favoriten sollen die Bürger eingebunden werden. Dass in Teilen der Bezirke das Parkpickerl eingeführt wird, zeichnet sich aber schon ab.

Nicht eingeführt wird das Pickerl in Hietzing. In Hernals, Währing und Döbling ist man weiter skeptisch. Für den Währinger VP-Bezirksvorsteher Karl Homole ist die Untersuchung für die Zonen lückenhaft, ein Vorwurf den Parkpickerlkoordinator Leopold Bubak entschieden zurückweist. Ein interessanter Vorschlag kommt von VP-Bezirksvorsteher Adolf Tiller aus Döbling: „Die Parkpickerlzeit könnte von 8 bis 11 Uhr Vormittag festgelegt werden. Das Problem der Einpendler wäre damit gelöst und Heurige müssten nicht mehr um ihre Existenz zittern.“