Pokemon Go lockte am Dienstag die Massen in den Stadtpark.

© KURIER/Jeff Mangione

Wien
08/03/2016

Ohne Genehmigung: 4000 Fans im Stadtpark auf Pokemon-Jagd

Mehrere tausend Teilnehmer pilgerten am Dienstag in den Wiener Stadtpark. Offiziell angemeldet war die Pokemon-Veranstaltung aber nicht.

Das Handyspiel Pokémon Go bewegt die Massen. Und oft mehr Spieler, als einem Veranstalter lieb ist: In den Wiener Stadtpark pilgerten am Dienstag geschätzte 4000 Pokémon-Go-Fans, um auf ihren Handys virtuelle Monster zu jagen.

Eine Privatperson und eine Werbeagentur, unterst√ľtzt von zwei Telekommunikationsfirmen, organisierten das Treffen, dass sich zu einer Gro√üveranstaltung auswuchs. Sie stellten die technische Infrastruktur zur Verf√ľgung.

Um kurz nach vier waren Teile des Stadtparks bereits mit Menschen √ľbers√§t, die fanatisch auf ihr Handy starrten. Vom beworbenen Gratis-WLAN war allerdings weit und breit nichts zu merken. Auch das mobile Netz einiger Betreiber war binnen kurzer Zeit √ľberlastet, wie die futurezone berichtete.

In der Monsterjagd-Euphorie d√ľrfte man aber auf eine beh√∂rdliche Genehmigung vergessen haben. "Der Veranstalter wurde von uns informiert, dass er f√ľr eine Veranstaltung in dieser Gr√∂√üenordnung eine beh√∂rdliche Genehmigung ben√∂tigt", hie√ü es dazu von den Wiener Stadtg√§rten, die den Grund im Stadtpark verwalten. Zus√§tzlich w√§re auch eine Genehmigung der MA 36 n√∂tig gewesen.

"Kein kommerzieller Hintergrund"

Doch die Veranstalter schieben sich die Verantwortung f√ľr die Genehmigung gegenseitig zu, hei√üt es weiter. "Als Sponsor gehen wir davon aus, dass der Veranstalter sich um Genehmigungen k√ľmmert", teilte T-Mobile mit. Blogger Robert Bogdan sah die Wiener Agentur WARDA NETWORK f√ľr die Genehmigung verantwortlich, doch diese will gar nicht von einem Event sprechen. "Es ist rein ein Treffen von Leuten, die Pokemon Go spielen. Es gibt keinen kommerziellen Hintergrund", sagte Eugen Prosquill von WARDA NETWORK. Ob die Stadt rechtliche Schritte gegen die Veranstalter ergreifen will, ist noch offen.

Johann-Strauß-Denkmal bewacht

Neben den Spielbegeisterten ist auch die Polizei in den Stadtpark zu der Veranstaltung gekommen. Die Beamtinnen und Beamten haben sich unmittelbar neben dem Johann-Strau√ü-Denkmal positioniert. Im Juli hatten Unbekannte das Denkmal bespr√ľht.

Die gelben und blauen Schriftz√ľge auf der Statue und dem Asphalt davor, beziehen sich unter anderem auf das Handy-Spiel Pokemon-Go. Das Gesicht der Statue wurde blau eingef√§rbt.

38 Prozent von Pokemon Go genervt

Die Jagd nach den Taschenmonstern von Nintendo ist auch in √Ėsterreich Breitensport geworden - doch die Sympathiewerte von "Pokemon Go" halten sich in Grenzen. W√§hrend 17 Prozent das Augmented-Reality-Spiel f√ľr eine gute Sache halten, finden es 38 Prozent unn√∂tig. 45 Prozent ist "Pokemon Go" egal. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Linzer market-Instituts f√ľr die Zeitschrift Trend.

Wie das Wirtschaftsmagazin in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe au√üerdem berichtet, wollen 59 Prozent der √Ėsterreicher diesmal im Urlaub auf Computer, Laptop und Tablet, 23 Prozent sogar auf das Handy verzichten. Ein Drittel gab aber an, weder das eine noch das andere im Urlaub ruhen lassen zu wollen.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.