Chronik | Wien 10.02.2017

Lobau: 160.000 Liter Diesel ausgeflossen

Feuerwehr legte Ölsperren, wurde aber spät informiert © Bild: /KuRIER

Ölhafen Lobau. Leck wegen Eisdecke spät entdeckt.

Wien könnte eine Umweltkatastrophe drohen. Denn wie erst gestern, Freitag, bekannt wurde, muss zwischen 10. und 20. Jänner die Schweißnaht einer Pipeline im Ölhafen Lobau gerissen sein. Just zu dem Zeitpunkt, als ein Diesel-Tank mit 25 Millionen Liter Fassungsvermögen befüllt wurde. Der Treibstoff wurde von einem Tank in den anderen umgepumpt. In diesem Zeitraum war das Wasser des Hafenbeckens jedoch großteils zugefroren. Der durch das Erdreich ins Wasser ausfließende Diesel wurde vom Eis zugedeckt. Beide Tanks sind Teil der Bevorratungsstelle der Republik Österreich.

Später Alarm

Erst am 26. Jänner wurde die Wiener Berufsfeuerwehr alarmiert. "Wir standen mit 20 Fahrzeugen und Tauchern im Einsatz und brachten sofort mehrere Ölsperren auf", erklärt Feuerwehr-Sprecher Lukas Sauer.

Seit Montag, 6. Februar, wird der ausgeflossene Treibstoff von Tankwagen abgesaugt. Klaus Messerklinger, Geschäftsführer der verantwortlichen Firma Erdöl Tanklager Betrieb (ELG), beschreibt die dramatische Situation: "Die Tanklaster sind noch immer unterwegs." Laut einem Durchflussmesser, so Messerklinger weiter, könnten 160.000 Liter Diesel ins Erdreich sowie in das Hafenbecken gelangt sein. Aktuell ist die exakte Menge noch nicht definierbar, da in der noch immer bestehenden Eisdecke der Treibstoff teilweise eingeschlossen ist. Die lecke Pipeline verläuft jedoch im Erdreich. Von dort trat das Öl aus und gelangte in das Wasser. Das havarierte Rohr ist etwa 20 Zentimeter dick und 37 Jahre alt.

Hubschraubereinsatz

Seitens des Wiener Hafens – Vermieter des Tanklagers – versucht man zu beruhigen: "Wir haben sofort die pneumatischen Hafentore geschlossen . Es ist kein Diesel in die Donau geflossen", versichert ein Sprecher. Darauf wollte sich die MA45 (Wasseraufsicht) nicht verlassen: Sicherheitshalber flogen Experten mit einem Hubschrauber über die Donau. Freitagnachmittag wurde das Ausmaß des Schadens langsam offensichtlich. Der Sprecher des Wiener Hafens, Dieter Pietschmann, gab unumwunden zu: "Es wird noch Wochen dauern, bis Bagger das kontaminierte Erdreich abgegraben haben." Ob das Grundwasser gefährdet ist, wurde vorerst nicht beantwortet.

( kurier.at ) Erstellt am 10.02.2017