Der Nino aus Wien über sein Stammbeisl: "Ich bin schon oft hier. Also nicht jeden Tag, aber schon oft. Es hat eben meistens offen."

© KURIER/Gerhard Deutsch

Dezentral
05/16/2016

Nino aus Wien im Beisl: "Es hat eben meistens offen"

Im neuen Album "Adria" widmet Der Nino aus Wien auch seinem Stammbeisl einige Zeilen.

von Anna-Maria Bauer, Gerhard Deutsch

Er ist ja sehr faul. Zumindest sagt der Liedermacher und Sänger Nino Mandl alias Der Nino aus Wien das von sich. Deshalb mag er auch Italien und Kroatien so gerne, denn dorthin kann man einfach gemütlich mit dem Auto fahren. Sein neues Album "Adria" ist deshalb auch in Hotelzimmern zwischen Triest und Rijeka entstanden.

Auch wenn er beim Schreiben weit weg war, kommt in den Liedern ganz viel Wien vor – und sein Stammlokal aus dem Stuwerviertel. "Das Dezentral hat eben meistens offen", begründet Nino mit einem Schulterzucken den Umstand, warum das kleine Beisl an dem ruhig gelegenen Ilgplatz zu einem lieb gewonnen Aufenthaltsort und Wirt Robert zu einem Freund geworden ist. "Und ich wohne ja auch ums Eck."

Wieso ein Lokal, das sich mitten im Stuwerviertel und damit mitten in Wien befindet, außerdem öffentlich gut erschlossen ist, Dezentral heißt? "Weil es trotzdem fern von allem ist. Weil das ganze Grätzel irgendwie keinen Anschluss an die Welt rundherum hat", sagt Heinzl, der das Lokal in den vergangenen acht Jahren zu einem Treffpunkt für die Grätzelbewohner gemacht hat, in dem Nino ab und zu ein Konzert gibt – vielleicht bald eines mit Liedern vom neuen Album. Es ist übrigens das zehnte in nur acht Jahren.

Süßes Nichtstun

Wie das mit dem Faulsein zusammenpasst? "Na ja", meint Nino und schiebt das Astra-Bier vor sich auf dem Tisch herum. "Wenn es sein muss, dann zieh ich ein Projekt schon durch. Vielleicht geht das aber auch nur deshalb, weil ich lange Zeit einfach nichts mache. So wie heute. Heute habe ich einfach zwei Stunden PlayStation gespielt." Die richtige Dosis Dolcefarniente also als Schlüssel zur Produktivität.

Seit Nino 2009 mit seinem "Spinat Song" beim Protestsongcontest auf sich aufmerksam gemacht hat, geht es für den Musiker leicht, aber stetig bergauf. Dass er von deutschen Zeitungen mittlerweile als Vorreiter oder Wegbereiter für österreichische Musik bezeichnet wird, darüber muss er aber doch schmunzeln. Von dem Hype, den die heimische Szene durch Bands wie Wanda oder Bilderbuch erfährt, bekommt er nicht so viel mit. "Ich konnte schon 2009 nach Deutschland fahren; es hat die Menschen interessiert, sie mochten den Schmäh – wie sie sagen, obwohl sie nicht wissen, was das ist; sie fanden es eh leiwand", sagt Nino.

Wie er eigentlich zur Musik gekommen ist? "Durch eine Beatles-DVD. Ich war total fasziniert und habe mir gedacht, das möchte ich auch machen. Ich will die Beatles neu gründen." Bei dieser Aussage muss er auflachen.

Zwei Alben bis 30

Wie lange er mit der Musik noch weitermacht, weiß er aber gar nicht. Als Musiker verlaufe das Leben in einem anderen Tempo. Schneller, intensiver. "Man bekommt rasch graue Haare, hat keine Energie mehr und redet sich aufs Alter aus, glaub ich."

Zwei Alben wird es jedenfalls noch geben. "Dann muss ich kurz Luft holen und schauen. Ich bin dann ja schon dreißig. Vielleicht möchte ich noch etwas anderes machen." Eine Weltreise zum Beispiel. Nach Triest auswandern. Einen Kräuterladen führen. Oder ein Lokal wie das Dezentral eröffnen.

Der Nino aus Wien

Neues Album „Adria“ Kein halbes Jahr nach „Immer noch besser als Spinat“ hat Der Nino aus Wien Anfang April ein neues Werk vorgelegt. Die EP „Adria“ vereint sechs neue Songs; erstmals produziert von Paul Gallister (er ist auch Wanda- Produzent).

Konzerttermine:

27. Mai beim Donaukanaltreiben
1. Juni im Radiokulturhaus mit dem Beschwerdechor
6. Juni im Metro Kinokulturhaus
15. Juni im Theater am Spittelberg

Kreuzfahrt im Oktober: Der Nino aus Wien geht von 12. bis 16. Oktober gemeinsam mit Wanda, Fuzzmann & The Singin Rebels und Fans auf Kreuzfahrt.
Info: derninoauswien.com

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