Chronik | Wien
11.05.2017

Neuer Schönbrunn-Chef: Mitterlehners allerletzte Bestellung sorgt für Wirbel

Die Bestellung von Klaus Panholzer sorgt für immer größere Verwunderung. Grüne fordern Aufklärung.

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) legt am Montag alle Funktionen nieder. Zuvor bringt der Wirtschaftsminister noch seine Schäfchen ins Trockene: Am Mittwoch, nach der Bekanntgabe des Rücktritts, soll die zuständige Abteilung im Ministerium angewiesen worden sein, den Vertrag mit Klaus Panholzer bis zum Freitag, 12. Mai, fixfertig zur Unterschrift vorzulegen. Wie der KURIER am 5. Mai berichtete, wurde Panholzer von Mitterlehner zum Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und BetriebsgesmbH ab 1. September bestellt. Der Oberösterreicher, Jahrgang 1971, folgt auf Franz Sattlecker, der in Pension geht.

Entertainment-Profi

Die Bestellung sorgt für immer größere Verwunderung. Denn verlangt wurde in der Ausschreibung u. a. ein abgeschlossenes Hochschulstudium einer relevanten Fachrichtung, mehrjährige Berufserfahrung in einer gehobenen Leitungsfunktion mit Budgetverantwortung, Kenntnisse über Denkmalschutz und Kulturtourismus sowie Erfahrung mit Behördenstrukturen.

Panholzer kann nicht sehr viel davon vorweisen. Er ist seit einem halben Jahr geschäftsführender Gesellschafter der nicht näher bekannten KPA Gastro in Liezen. Zuvor war er in Miami als Immobilienmakler und Berater im Bereich Gastronomie und Entertainment tätig. Im Internet stößt man auf zahlreiche Fotos, die ihn eher als Playboy denn als Manager zeigen. Er soll von der beauftragten Personalberatung Egon Zehnder daher auch nur als teilweise qualifiziert eingestuft worden sein.

Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, brachte daher eine parlamentarische Anfrage ein. Zudem fordert er, dass der Vertrag erst dann unterzeichnet wird, wenn die Hintergründe über die Bestellung restlos aufgeklärt sind.