© APA/SÉBASTIEN GRÉBILLE / PHILHARMONIE LUXEMBOURG

Chronik Wien
09/17/2012

Neuer Konzerthaus-Chef Naske im Interview

Was der KURIER bereits vor Wochen berichtete, wurde nun offiziell bestätigt: Matthias Naske wird neuer Intendant des Konzerthauses.

von Peter Jarolin

Was bereits vor einigen Wochen im KURIER zu lesen war, ist nun offiziell: Matthias Naske wurde einstimmig zum neuen Intendanten des Wiener Konzerthauses bestellt. Naske folgt in dieser Funktion Bernhard Kerres, der Ende August seinen Rückzug bekannt gegeben hatte.

Naske tritt sein Amt offiziell mit 1. Juli 2013 an. Bereits ab 1. Jänner 2013 wird Naske "in einem gleitenden Übergang" die Planungen für 2013/’14 vorantreiben. Naskes Vertrag läuft vorerst bis Ende 2017. Seinen ursprünglich bis 2015 laufenden Vertrag als Generaldirektor in Luxemburg und künstlerischer Leiter der dortigen Philharmonie hat Naske vorzeitig beendet. Der zukünftige Konzerthaus-Chef im Gespräch.

KURIER: Herr Naske, Gratulation zum neuen Job ...
Matthias Naske:
Danke, es ist sehr schön, wieder nach Wien zurückzukommen. Hier habe ich auch beruflich meine Wurzeln. Und es freut mich, eine so große und eine so schöne Aufgabe übernehmen und am Konzerthaus arbeiten zu dürfen. Auch wenn ich natürlich mit ein bisschen Wehmut aus Luxemburg weggehe, weil ich hier doch sehr enge Bindungen zu den Mitarbeitern und dem Publikum aufgebaut habe. Aber Wien wird eine ganz neue Herausforderung.

Auch wegen der Schulden, die das Konzerthaus hat?
Die sind eine Tatsache, mit der man sich auseinandersetzen muss. Hier gibt es Handlungsbedarf. Aber es ist nicht so, dass die Schulden wie ein Dämon über dem Konzerthaus kreisen. Wenn man dem Haus zu dem verhelfen kann, was es alles sein könnte, dann ist auch dieses Problem lösbar.

Was könnte denn das Konzerthaus alles sein?
Für mich ist das Konzerthaus ein Ort der Begegnung, ein idealer Raum für gemeinschaftliche Hörerlebnisse. Und ein Ort, an dem man aktiv an einem künstlerischen Geschehen partizipieren kann. Ein Konzertbesuch ist kein passiver Akt, sondern ein gemeinsames, aktives Vergnügen, bei dem die Freude aber manchmal auch der Erschütterung weichen kann, mitunter sogar sollte.

Sie sind bereits ab 1. Jänner 2013 in alle Entscheidungen eingebunden ...
Das ist auch gut so und ein ganz normaler Vorgang. Wir haben im Musikbereich lange Vorplanungszeiten. Wenn ich mein Amt offiziell antrete, sind die ersten beiden Jahre de facto geplant. Da ich finde ich es richtig, dass man dem jeweiligen Nachfolger die Türen öffnet und ein Stück des Weges gemeinsam geht. In einer Stadt wie Wien, die ein so großes musikalisches Angebot hat, muss man möglichst früh vorausplanen.

Wie sieht Ihr Verhältnis zu den übrigen Wiener Anbietern wie etwa Thomas Angyan im Musikverein oder Markus Hinterhäuser bei den Festwochen aus?
Ich habe zu Thomas Angyan und zu Markus Hinterhäuser sehr gute, alte und enge Beziehungen, ja Freundschaften. Das gilt übrigens auch für die Symphoniker, die Philharmoniker, Opernchef Meyer ... Wichtig wird die fantasievolle Ausgestaltung des musikalischen Lebens sein. Wenn wir einander alle gegenseitig positiv überraschen, dann hat das Publikum und dann haben wir viel gewonnen.

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