Weitere Aktionen gegen den Akademikerball in der Hofburg sind bereits in Planung

© EPA/FAYER / HANDOUT

Nach offenem Brief: Neuer Protest gegen Akademiker-Ball
12/17/2015

Nach offenem Brief: Neuer Protest gegen Akademiker-Ball

Tausende Menschen forderten Wiener Unis auf, aus Protest auf ihre Bälle in der Hofburg zu verzichten. Die wollen das Feld nicht den Burschenschaften überlassen. Nun werden neue Aktionen geplant.

von Katharina Zach

Letztendlich war es wohl doch zu wenig. 3440 Menschen haben aus Protest gegen den in der Hofburg stattfindenden Akademikerball einen offenen Brief der Initiative #aufstehn unterschrieben. Das Ziel: Die Rektoren der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Uni Wien sowie der Universität für Bodenkultur sollen der Hofburg-Betreibergesellschaft für das Jahr 2016 ein Ultimatum stellen. Entweder der Akademikerball findet keinen Platz mehr in den geschichtsträchtigen Hallen, oder die Bälle der Universitäten werden an einer anderen Wiener Location stattfinden. Die Bemühungen waren vergebens. Auch nächstes Jahr wird der von der FPÖ organisierte Ball wie gewohnt in der Hofburg stattfinden. Die Aktivisten sind enttäuscht. Aufgeben wollen sie aber nicht. Sie arbeiten bereits an neuen Aktionen.

"Dass die Unis die Bälle nicht verlegt haben ist sehr schade", sagt #aufstehn-Geschäftsführerin Maria Mayrhofer. Seit zwei Monaten ist die Initiative als Verein organisiert. Es sollte eigentlich klar, sein dass diese Veranstaltung nichts in der Hofburg verloren habe. "Dazu hat es aber leider nicht gereicht." Zwar habe es vor allem mit der WU intensive Gespräche gegeben, letztendlich habe sich die Österreichische Hochschülerschaft als Veranstalter aber nicht dazu entschließen können, eine andere Location für ihre Veranstaltung zu suchen - obwohl sich rund 1000 Studenten dafür stark gemacht hätten, so Mayrhofer.

"Die ÖH hat unsere Aktion als Angriff auf ihre Uni-Bälle gewertet", ergänzt Kampagnenexperte Yussi Pick, ehemaliger Pressesprecher beim Verband Sozialistischer StudentInnen und Initiator von #aufstehn. Das sei aber keinesfalls die Absicht gewesen. "Jetzt planen wir etwas im Bereich digitales Campaigning, um zu versuchen, dem Akademikerball den Spaß zu verderben."

Es wäre ein falsches Zeichen, zu weichen

Bei den Unis steht man zur Entscheidung, der Hofburg als Ball-Location treu zu bleiben. "Es wäre ein falsches Zeichen, zu weichen und damit diesen Gruppierungen eine extra Bühne zu bieten", erklärt Werner Neuwirth, Vorsitzender der ÖH der Wirtschaftsuni. Zudem gebe es wenig schöne Veranstaltungsorte in Wien. Auch aus dem Rektorat heißt es, dass man sich nicht vertreiben lassen wolle. Damit sei der Betreiber erst recht auf Veranstaltungen wie den Akademikerball angewiesen.

"Die Forderung, dass der TU-Ball die Hofburg verlassen soll, um auf die Betriebsgesellschaft genug Druck auszuüben, so dass der Akademikerball aus den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten verbannt wird, ist für uns nicht plausibel", erklären auch Vertreter der Hochschülerschaft der TU Wien. Keinesfalls wolle man den Besuchern dieser Veranstaltung den Platz überlassen. "Wir unterstützen den Akademikerball in keiner Hinsicht", wird betont. Man wolle jedoch andere Mittel und Wege des Protest in Erwägung ziehen.

Protest wird es jedenfalls geben. Die "Offensive gegen Rechts" etwa ruft bereits zur Gegendemo auf.

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