V. wurde verletzt: "Die haben uns nicht ernst genommen."

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Wien
11/03/2014

Nach Nasenbruch: Anwältin kritisiert Polizei

Akt: Zeugin fehlte, Arzt-Protokoll abgelehnt.

Astrid Wagner vertritt häufig und erfolgreich Polizisten vor Gericht. Die Anwältin kennt viele Beamte und den Apparat – neuerdings offenbar auch eine unschöne Seite davon.

In einem Schreiben wirft sie Beamten Amtsmissbrauch vor. Es geht um einen Vorfall Ende September. Daniela V., 32, Dolmetscherin, wird von ihrem Ex auf offener Straße die Nase gebrochen. Drei Kopfstöße soll ihr der 40-Jährige versetzt haben, ehe ihn eine Zeugin wegstößt und eine weitere die Rettung alarmiert. Der Angreifer soll ihr nachgeschrien haben: "Du und deine Kinder, ihr werdet bluten", erzählt V., die damals stark blutete und ins Spital musste. "Ich hatte Angst, dass er mir im Stiegenhaus auflauert", sagt V.

Gemeinsam mit Wagner wollte die 32-Jährige auf einer Polizeiinspektion eine Wegweisung beantragen. Doch das gelang nicht, weil die Erhebung der Polizei schlampig gewesen sei, sagt Wagner: Die Zeugin sei nicht befragt worden und die "gefährliche Drohung" habe sie in den Akt "hineinreklamieren müssen". Das ärztliche Protokoll mit der Nasenbruch-Diagnose lehnten die Beamten mit der Begründung ab, es sei kein Amtsarzt aufgesucht worden. Später hinterfragte ein Beamter laut Wagner am Telefon, ob überhaupt eine Verletzung bei V. vorliege. "Die haben uns nicht ernst genommen", sagt V.

Überdies war im Akt von einer gegenseitigen Körperverletzung die Rede, da sich ihr Ex wegen eines "Kratzers" bei der Polizei gemeldet hatte. Ergebnis: Wegweisung abgelehnt. Wagner sagt: "Wenn der Akt so geführt wird, wundert mich das nicht." Den Schrieb hat sie der Korruptionsstaatsanwaltschaft geschickt – "Verdacht auf Amtsmissbrauch". Die Wiener Polizei will die Beschwerde prüfen.

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