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Chronik Wien

Mietrückstände: Hunderte Wirte von Klagen betroffen

Peter Dobcak, Gastro-Obmann in der Wiener Wirtschaftskammer, fordert nun rechtliche Klärung.

von Julia Schrenk

01/19/2021, 07:07 PM

Vielleicht sind die Grablichter, die 160 Wirte und Kaffeesieder in ganz Österreich am Montag in ihre Auslagen und Fenster gestellt haben, gar nicht nur symbolisch. Peter Dobcak, Obmann der Wirte in der Wiener Wirtschaftskammer, rechnet damit, dass zwischen 25 und 30 Prozent der Lokale in Wien die Corona-Krise möglicherweise nicht überstehen.

Und das könnte auch mit den Mietkosten zu tun haben. Denn wie Dobcak am Dienstag erklärte, sind mehrere hundert Wirte von Klagen wegen ausständiger Mietzinszahlungen betroffen. Am Montag ging – wie berichtet – Wiens wohl berühmtester Cafetier, Berndt Querfeld, an die Medien. Er wurde wegen Mietrückständen für zwei seiner Kaffeehäuser – das Café Mozart am Albertinaplatz und das Café Landtmann am Ring – geklagt.

Beim Café Mozart wurden die fehlenden Zahlungen eingeklagt, das Landtmann ist sogar von einer Räumungsklage betroffen. Querfeld habe das Gespräch mit den Hauseigentümern gesucht, erklärt er im KURIER-Gespräch. Doch das sei in beiden Fällen abgelehnt worden – genauso wie ein Mediationsverfahren.

Laut Gastro-Obmann Dobcak ist Querfeld nicht der einzige, der Probleme hat, die Miete für seine Betriebe zu bezahlen.

Kein Geld für Fixkosten

„Das Problem ist uns seit dem ersten Lockdown bekannt“, sagt Dobcak. Schlagend werde es vielfach jetzt. Und das hat vor allem mit dem Fixkostenzuschuss zu tun, den viele Gastronomen von der Regierung erhalten. Der Zuschuss wird wegen der Vielzahl an zu bearbeitenden Anträgen oft nicht gleich ausbezahlt.

Viele Gastronomen sind aber auf diesen Zuschuss angewiesen, um ihre monatlichen Fixkosten überhaupt zahlen zu können (Einnahmen aus Thekenverkäufen oder Lieferungen reichen dafür oft nicht aus). Kommen die Zuschüsse nicht, geraten viele in Zahlungsrückstand, sagt Dobcak. „Sie können sich die Miete schlicht gerade einfach nicht leisten.“

Er fordert nun eine rechtliche Lösung der Regierung. Vorstellen könne sich Dobcak etwa, dass es für Betriebe eine Art Zwischenfinanzierung für die Miete gibt.

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