Chronik | Wien
17.04.2017

Mann erschossen: Eifersucht mögliches Motiv

26-Jähriger wurde in der Brigittenau auf offener Straße erschossen. 27-Jähriger gestand tödlichen Kopfschuss.

Nach der tödlichen Schussattacke auf einen 26-Jährigen in der Jägerstraße in Wien-Brigittenau am Nachmittag des Ostersonntags hat die Polizei einen geständigen Verdächtigen in Haft. Über das Motiv, hinter dem der Streit um eine Frau stecken könnte, übt sich der 27-jährige Kosovare noch in Schweigen.

Augenzeugen alarmierten am Nachmittag die Polizei. Sie hatten im Zuge eines Streits zwischen zwei Männern auf offener Straße mitbekommen, wie einer der Kontrahenten eine Waffe zückte und seinen Gegner mit einem Schuss in den Kopf niederstreckte. Rasch trafen Polizei und Rettung am Tatort ein. Doch das Opfer konnte nicht mehr gerettet werden. Vom Täter fehlte vorerst jede Spur. Beim Toten handelt es sich um einen in Wien wohnhaften Österreicher mit bosnischen Wurzeln.

Geständnis

Wenig später erschien jedoch ein 27-jähriger Mann in der nahen Polizeiinspektion Pappenheimgasse. "Ich war’s, nehmt mich fest", erklärte er und bezog sich auf die Bluttat. Zuvor wurde beobachtet, wie ein Mann vor der Inspektion auf den Verdächtigen einredete, sich der Polizei zu stellen.

"Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der richtige Täter in Haft", erklärte Polizei-Sprecher Patrick Maierhofer. Ermittler des Landeskriminalamts konnten aufgrund der Angaben des Verdächtigen die mutmaßliche Tatwaffe, eine Pistole mit Kaliber 7,62 Millimeter, in dessen Auto sicherstellen. Der Kosovare, der in Wien wohnt und hier als Angestellter gearbeitet haben soll, hatte die Waffe dort deponiert, bevor er zur Polizei ging.

Kriminalbeamte nahmen Tests an der Kleidung und der Schusshand des Verdächtigen. In einer kriminaltechnischen Untersuchung, deren Ergebnis in einigen Tagen erwartet wird, sollen Schmauchspuren die Angaben des Mannes bestätigen.

Dieser gab zu, dass es in einem Lokal zu einem Streit gekommen war, der dann in der Jägergasse eskalierte. Den tödlichen Schuss habe er abgegeben, niemand sonst sei beteiligt gewesen. Zum Motiv machte der Kosovare laut Polizei noch keine Angaben. Das bestätigte sein Verteidiger Philipp Wolm. "Wir haben noch keine Aussagen gemacht. Mein Mandant ist völlig fertig. Ich konnte mit ihm noch gar nicht richtig sprechen". Gerüchte über eine Eifersuchtstat wollte Wolm aber nicht ganz von der Hand weisen.

Die Angaben des mutmaßlichen Schützen, dass er alleine gehandelt habe, hätten bei Zeugenbefragungen bestätigz, erklärte Maierhofer. "Zuerst gab es Angaben, dass mehrere Leute beteiligt waren. Momentan gehen wir aber davon aus, dass es sich wirklich um die Tat eines Einzelnen handelt", meinte Maierhofer.