Chronik | Wien
28.05.2015

Ernst Strasser ab sofort mit Fußfessel zu Hause

Im Mai wurde die Entscheidung bekannt, dass er den elektronisch überwachten Hausarrest antreten darf.

Der ehemalige Innenminister und ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament, Ernst Strasser, schläft ab heute, Donnerstag, mit Fußfessel zu Hause. "Er hat die Fußfessel schon", sagte eine Sprecherin der Justizanstalt Simmering.

Strasser war wegen Bestechlichkeit in der sogenannten Lobbyisten-Affäre zu drei Jahren Haft verurteilt worden und hatte die Strafe im November 2014 in angetreten. Nach acht Wochen hinter Gittern wurde er Freigänger. Im Mai wurde die Entscheidung bekannt, dass er den elektronisch überwachten Hausarrest antreten darf.

Hintergrund

Wie der Leiter der Vollzugsdirektion, Peter Prechtl, dem KURIER im Mai bestätigte, wurde dem zu drei Jahren Haft verurteilten Ex-Politiker der elektronisch überwachte Hausarrest genehmigt. Damit kann Strasser den Rest seiner Strafe mehr oder weniger in Freiheit verbüßen.Von diesem Rest wird angenommen, dass er im Mai 2016 abgedient ist, wenn das Gericht Strasser die Hälfte seiner Strafe bedingt nachlässt. Das ist im Sprengel Wien die Ausnahme, das Vollzugsgericht genehmigt hier (im Gegensatz zu westlichen Sprengeln) oft nicht einmal nach zwei Drittel der Strafe die bedingte Entlassung. Im Fall Strasser – wegen Bestechlichkeit eines EU-Parlamentariers immerhin mit einer generalpräventiven Wirkung belastet – wurde eine großzügige Prognose erstellt. Mehr dazu lesen Sie hier.