Zwischen Marktständen und Cafés führen die Leopoldstädter einen politischen Diskurs.

© /Gabriele Scherndl

Wahlanfechtung
09/27/2016

Leopoldstadt: Keiner will einen dritten Akt

Den Bürgern im zweiten Bezirk droht ein erneuter Urnengang.

von Gabriele Scherndl

Am Karmelitermarkt in der Leopoldstadt treffen die Gerüche von Würstel, Kaffee und Blumen genauso aufeinander wie die politischen Einstellungen der Passanten und Anrainer.

Doch eines eint sie alle: Sie sind gegen einen erneuten Wahlgang. Den müssten sie antreten, wenn dem Einspruch der EU-Austrittspartei gegen das Ergebnis der Wahlwiederholung stattgegeben wird. Auch die Neos wollen heute, Dienstag, Abend im Rahmen eines "Bürgerforums" über eine Anfechtung beraten.

"Nicht ewig fortführen"

"Natürlich ist es wichtig, dass aufgezeigt wird, wenn es Probleme beim Wahlhergang gab", sagt Fridolin Krausmann, der mit seinem Laptop in einem Café am Karmelitermarkt sitzt. "Aber das kann man doch nicht ewig so fortführen."

Drastischer sieht das Anrainerin Ilse Jäger: Ihr "steht das ganze Kasperltheater bis obenhin." Ilse Schorr handelt hier im "grünen Grätzel" mit Blumen, sie pflichtet der Leopoldstädterin bei. Krausmann und Jäger würden dennoch eine dritte Wahlrunde antreten: "Ich wäre zwar verärgert, aber hingehen würde ich", so Ilse Jäger.

Noch weniger Wähler?

Krausmann glaubt jedoch, dass die Wahlbeteiligung noch weiter sinken werde – bei der Wiederholung am 18. September lag sie nur noch bei 26,7 Prozent. "Es kann zwar sein, dass das Ergebnis noch mal anders ausfällt, aber ich denke nicht, dass es sich komplett umdrehen wird", sagt er.

Martin Gorkiewicz arbeitet im zweiten Bezirk; er meint: "Ich beobachte aufmerksam, was hier passiert. Seit vielen Jahren wähle ich Grün und das würde ich bei jedem Wahlgang wieder tun."

Ganz anders sieht das Carmen Wieninger. Die junge Frau ging zu keinem der zwei Anläufe für die Bezirkswahl – auch ein dritter würde an ihr vorübergehen. Die Anfechtung begrüßt sie trotzdem nicht: "Da geht so viel Geld drauf für so einen Pipifax. Es gäbe so viele Bereiche, wie etwa Schule und Bildung, wo dieses Geld viel besser investiert wäre."

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