Der Prozess fand am Montag in Salzburg statt

© APA/BARBARA GINDL

Mordprozess in Wien
03/13/2013

Leiche ohne Beine: 18 Jahre Haft für Angeklagten

Jozef E. soll sein Opfer mit Vorschlaghammer erschlagen und ihm dann die Beine abgetrennt haben.

Im Wiener Straflandesgericht ist am Mittwoch der Prozess um das gewaltsame Ende von Milenko M. abgeschlossen worden. Der Angeklagte Jozef E. (62) wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Der Schuldspruch wegen Mordes und Störung der Totenruhe fiel einstimmig aus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte soll am 30. März 2012 einen 59-Jährigen hinterrücks mit einem Vorschlaghammer erschlagen und ihm anschließend in seinem Keller die Beine abgetrennt haben, um ihn besser abtransportieren zu können. Die zerstückelte Leiche wurde im April 2012 in einem Waldstück nahe Gablitz (Bezirk Wien-Umgebung) von einem Spaziergänger entdeckt.

Der Angeklagte beharrte auf seiner Geschichte, die er schon beim Prozessauftakt am vergangenen Februar erzählt hatte: Zwei unbekannte Schwarzafrikaner hätten die Tat begangen und ihn selbst im Kopf- und Gesichtsbereich mit einem Pistolenknauf erheblich verletzt.

Gerichtsmediziner schließt Kopfverletzung aus

"Ich habe eine Kopfverletzung erlitten", insistierte der 62-Jährige. Man sehe die Narbe - eine hockerartige Erhöhung - heute noch. Gerichtsmediziner Wolfgang Denk sah allerdings keine, was zu einem längeren Hin und Her mit dem Angeklagten führte, das Denk schließlich mit der Bemerkung "Wenn keine Narbe ist, tu ich mir schwer zu sagen, dass die Narbe verheilt ist" beendete. Auch angebliche Rötungen am Kinn und an den Wangen, die Jozef E. den Hieben der Schwarzafrikaner zuschrieb, ließ Denk nicht gelten: Am Kinn könne er nichts feststellen, an den Wangen seien "anlagebedingte geplatzte Äderchen" erkennbar.

Laut Anklage war die Bluttat von langer Hand geplant. Jozef E. habe den Pkw seines Bekannten in seinen Besitz bringen wollen und diesen nach der Ermordung tatsächlich nach Serbien geschafft, betonte Staatsanwalt Schneider. Der Ankläger verwies auch darauf, dass sich DNA-Spuren des Angeklagten auf den Seilen fanden, mit denen die Leiche verschnürt worden war.

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