Die Leiche wurde aus dem Donaukanal geborgen.

© KURIER/Gilbert Novy

Wien-Landstraße
06/26/2016

Leiche im Wiener Donaukanal gefunden

Zeugen hatten zuvor den leblosen Körper auf Höhe Rossauer Kaserne im 9. Bezirk entdeckt und die Polizei alarmiert.

Ein bizarres Szenario spielte sich Sonntagnachmittag beim Wiener Donaukanal ab: Während Hunderte Fußballfans ausgelassen in der Strandbar Herrmann dem dort ausgestrahlten EM-Match Frankreich gegen Irland entgegenfieberten, mussten sich nur hundert Meter weiter mehrere Polizisten und Kriminalbeamte mit einem makaberen Fund beschäftigen: eine im Wasser treibende männliche Leiche.

Zeugen hatten zuvor den leblosen Körper auf Höhe Rossauer Kaserne im 9. Bezirk entdeckt und die Polizei alarmiert. Zur Bergung wurde ein Boot angefordert, in der Nähe der Dampfschiffstraße im 3. Bezirk konnte die Leiche schließlich kurz nach 14 Uhr an Land gebracht werden. Und zwar vor den Augen etlicher Schaulustiger, die den Donaukanal zu dieser Zeit bevölkerten.

Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen, eine Tatortgruppe war mit der Spurensicherung beschäftigt. Zunächst war die Identität des Toten noch unklar.

Ziegelsteine

Die Polizei geht davon aus, dass die Leiche bereits mehrere Tage im Wasser gelegen war. Deshalb konnte bei einer Erstbeschau durch eine Amtsärztin nicht festgestellt werden, ob der Tote äußere Verletzungen hatte. Die Todesumstände blieben vorerst jedoch äußerst mysteriös: Die Leiche hatte nämlich einen Rucksack umgeschnallt, der mit sechs Ziegelsteinen gefüllt war. Damit das Gepäckstück im Wasser nicht verloren geht – so war nach dem ersten Augenschein zu vermuten – war es zudem mit Isolierbändern am Körper fixiert. Deshalb deutet laut Ermittlern vieles auf einen Selbstmord hin. Dennoch will man ein mögliches Fremdverschulden nicht völlig ausschließen. Schließlich ist es denkbar, dass eine andere Person das Opfer auf diese Weise präpariert hat.

Gewissheit soll unter anderem eine Obduktion bringen, deren Ergebnisse in den nächsten Tagen vorliegen sollen.

Erst vor drei Wochen starben zwei Menschen bei Badeunfällen auf der Wiener Donauinsel. Ein Tourist aus Schweden und ein Asylwerber aus Somalia kamen dabei ums Leben. Der 47-jährige Schwede hatte das FestivalRock in Viennabesucht und begab sich danach direkt vom Konzertgelände ins Wasser, wo er unterging. Der 19-jährige Somalier fiel laut seinen Begleitern in die Neue Donau.Mehr dazu hier.

34-jähriger Afghane im Silbersee in Villach ertrunken

Ein 34-jähriger Asylwerber aus Afghanistan ist in der Nacht auf Sonntag im Silbersee bei St. Ulrich in Villach ertrunken, wie die Landespolizeidirektion Kärnten mitteilte. Der Mann war nach Aussagen seiner Freunde Nichtschwimmer gewesen. Seine Ehefrau musste von Kriseninterventionsteam betreut werden.

Der Afghane war mit einem Fahrrad am Samstag gegen 23.00 Uhr zum Silbersee gefahren. Am Sonntag suchten ihn seine Freunde, nachdem er nicht in die Unterkunft zurückgekommen war. Gegen 6.30 Uhr wurden sein Fahrrad und zu ihm gehörende Bekleidungsgegenstände von den Freunden beim See gefunden. Nach dem Absuchen der Uferbereiches wurde schließlich der Leichnam des 34-Jährigen im Wasser treibend entdeckt. Nach derzeitigem Ermittlungsstand konnten keine Hinweise auf ein eventuelles Fremdverschulden bzw. auf Fremdeinwirken festgestellt werden.

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