Chronik | Wien
17.12.2011

Lebensretter zog blindes Paar ans Ufer

In Wien stürzte Freitagabend ein sehbehindertes Pärchen in den Donaukanal. Dass beide noch leben, verdanken sie Roderich Walterskirchen.

Ich hab’ mir damit das größte Weihnachtsgeschenk gemacht.“ Roderich Walterskirchen, 58, steht auf der Reling seines Clubschiffes auf Höhe des Schwedenplatzes und lässt den Vorabend Revue passieren. Freitagabend rettete der 58-jährige Gastronom einem blinden Paar, das in den Donaukanal gestürzt war, das Leben.

Dass alles so gut ausging, kann Walterskirchen selbst noch nicht fassen. „Dass hier jemand rausgekommen ist,, grenzt an ein Wunder. Das ist ein verfrühtes Weihnachtswunder.“

Der Wiener war Freitagabend zufällig so früh auf dem 130 Jahre alten Passagierschiff, das vor rund zwölf Jahren zu einem Club umgebaut worden war. Er hörte kurz nach 20 Uhr Schreie, rannte hinaus, handelte blitzschnell. Ein 51-Jähriger und eine 44-Jährige waren beim Versuch, die entkommenen Blindenhunde einzufangen, vom Kai ins eiskalte Wasser gefallen und schwammen gegen die starke Strömung an. „Ein paar Meter weiter unten wären sie unters Schiff gezogen worden“, sagt Walterskirchen. Beide riefen ihm zu: „Wir sind blind!“, schildert er. Walterskirchen lotste sie Richtung Kaimauer und zog sie dann mit einer Metallstange auf einen schmalen Vorsprung. „Beide hatten Angst, dass ihre Hunde nachspringen würden. Ich musste für sie die Hunde beruhigen.“ Nach ihrer Rettung durch die Feuerwehr wurden die Leichtverletzten ins Wiener AKH gebracht. Die Vierbeiner wurden von Polizisten ins Spital gebracht. Das Paar ist wohlauf. Lebensretter Roderich Walterskirchen: „Ich freue mich einfach, dass wir zwei Menschen gerettet haben.“

 

Fehltritt

Mehrere vorweihnachtliche Schutzengel hatte Samstag gegen drei Uhr Früh auch ein 20-Jähriger in Amstetten (NÖ). Am Heimweg von einer Weihnachtsfeier setzte er auf einer Brücke einen verhängnisvollen Fehltritt. Er geriet neben dem Geländer auf die steile Böschung und stürzte vier Meter in das Bachbett ab. Ob beim Zwischenfall auch Alkohol im Spiel war, ließ sich bislang nicht klären. Ein junges Paar entdeckte den Abgestürzten und schlug Alarm. Zufällig marschierten auch ein paar Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr vorbei, die die Bergung auch gleich übernahmen. Der 20-Jährige wurde mit Aludecken gewärmt, bis der Notarzt eintraf. Auf der Unfallstation des Klinikums Amstetten kam er wieder rasch zu Kräften.

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