Chronik | Wien
09.12.2011

Laserattacke auf Polizeihubschrauber

Während er über der City kreiste, wurde der Pilot eines Helikopters geblendet. Der Übeltäter: Ein kleiner Bub.

Eine gefährliche „ Laserattacke“ erlebte die Crew eines Polizeihubschraubers am Freitag bei einem Flug über der Wiener Innenstadt: Der Pilot wurde durch einen Laserpointer geblendet. Doch der Übeltäter konnte von der Luft aus lokalisiert und kurzfristig festgenommen werden.

Der Polizeihubschrauber vom Typ EC-135 kreiste am Nachmittag über der City, um anlässlich der Abreise des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül – dieser weilte bei einer Konferenz in der Hofburg – den Verkehr zu überwachen. Um 17 Uhr wurde der Pilot wiederholt von Strahlen aus einem grünen Laserpointer geblendet.

Kurzerhand aktivierte man die an Bord befindliche Wärmebildkamera, um den genauen Standort des Täters zu eruieren: Ecke Graben und Kärntnerstraße. Kollegen der Verkehrsabteilung wurden dorthin geschickt. Diese fanden den „Blender“ mitten in einer slowakischen Schülergruppe: ein elfjähriger Bub. Dieser wurde auf die Polizeiinspektion mitgenommen, der Laserpointer sichergestellt. Der Knabe, da noch strafunmündig, wurde mit einer Verwarnung entlassen und zeigte sich sehr zerknirscht.

 

Gefährliches Spiel

Laserattacken“ auf Flugzeuge und Helikopter häufen sich. Laut Austro Control wurden allein im Vorjahr gut 20 solcher Blendungen registriert. Die Täter werden meist nicht erwischt. Für Piloten ist das eine gefährliche Sache: Der Laserpunkt streut sich an der Cockpit-Scheibe, dem Piloten wird kurzfristig jede Sicht genommen. Beim Landeanflug auf das Spital in Steyr (OÖ)wurde im August die Crew des Notarzthubschraubers „Christophorus 15“ mit einem Laserpointer geblendet. Der Pilot lotste die Polizei zum Standort der Täter. Zwei junge Burschen wurden erwischt und wegen „vorsätzlicher Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt“ angezeigt. Strafe: Bis zu zehn Jahre.