Chronik | Wien 16.03.2012

Kultusgemeinde erzürnt über "WKR-Ball neu"

© Bild: KURIER/Boroviczeny

Der neue IKG-Präsident Deutsch ist empört über die Neuauflage des Balls in der Hofburg - der Namenstausch sei "skandalös".

Die Umtaufung des "Wiener Korporationsballs" in "Wiener Akademikerball", mit der nun doch auch 2013 ein Fest in der Wiener Hofburg ermöglicht wurde, empört die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG). Es sei "skandalös", dass wieder ein "rechtsextremes Netzwerktreffen" stattfinden werde und die Hofburg-Betriebsgesellschaft wegschaue, erklärte IKG-Präsident Oskar Deutsch in einer Aussendung. In Deutschland wäre ein NPD-Fest am Sitz des deutschen Bundespräsidenten ebenso unvorstellbar wie ein Fest der Front National im Pariser Élysée-Palast.

Ursprünglich hatte die Hofburg-Gesellschaft erklärt, dass man keinen Burschenschafter-Ball in der Hofburg mehr zulassen werde. Da allerdings nun die Veranstaltung umbenannt wurde und nunmehr die Bundes-FPÖ anstelle des Korporationsrings als Einladerin auftritt, machte man eine Kehrtwende.

Ein simpler Namenstausch der Veranstaltung ändere die Veranstaltung und die Teilnehmer nicht, erklärte dazu die Kultusgemeinde. Dass nunmehr die FPÖ einen Ball für den WKR organisiere, stelle einen für Humanisten nicht überraschend kommenden Offenbarungseid der Freiheitlichen dar: "Eine Abgrenzung zum Rechtsextremismus gibt es nicht", schrieb Deutsch.

FP für "Abrüstung der Worte"

Nach der Kritik der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) an der Neuauflage des WKR-Balls unter neuem Namen spricht sich nun die FPÖ für eine Abrüstung der Worte aus. Vizeparteichef Norbert Hofer erklärte in einer Aussendung, in den österreichischen gesetzgebenden Körperschaften gebe es keine einzige Partei, die in "politische Quarantäne" zurückgedrängt werden dürfe. Niemand sollte sich das Recht herausnehmen, den Wähler zu maßregeln.

Zudem hat die FP angekündigt, im heurigen Jahr auch ihren Landesparteitag in der Hofburg abhalten zu wollen. Das berichtete der Klubobmann der Wiener Rathaus-FP, Johann Gudenus, am Rande einer Pressekonferenz am Montag.

 

(Wegen der hier geposteten Beleidigungen und zum Teil bedenklichen Wortmeldungen musste das Forum geschlossen werden. Wir bedauern. - die Red.)

Erstellt am 16.03.2012