Kruzifixe im Klassenzimmer sind immer wieder Anlass für Diskussion. Auch diesmal geht es um eine Schule in Wien-Neubau

© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Staat und Kirche
12/03/2013

Wieder Streit um Kreuze in der Volksschule

Erneute Debatte in Wiener Volksschule: Kreuze, die im Mai entfernt wurden, sind wieder da.

von Anna-Maria Bauer

Nach Protesten einer konfessionslosen Mutter im Mai diesen Jahres wurden die Kreuze aus den Klassenzimmern einer Volksschule in Wien-Neubau entfernt. Nun hängen die Kruzifixe erneut an den Wänden und spalten die Betroffenen in zwei Lager.

Eytan Reif von der Initiative „Religion ist Privatsache“ ist deswegen verärgert, berichtet der ORF. Denn ein Grund für die Wiederanbringung der Kreuze wird keiner genannt.

In Wien gilt folgende Regelung: Liegt der Anteil der christlichen Schüler über 50 Prozent, sind laut Schulgesetz in allen Klassenzimmern dieser Schule Kreuze aufzuhängen. Ist der Anteil geringer, gibt es keine Regelung. Dann dürfen Direktor und Schulgemeinschaftsausschuss gemeinsam eine Lösung beschließen.

Keine Auskunft

Doch weder Schule noch Stadtschulrat geben nun Auskunft über den prozentuellen Anteil der christlichen Schüler, ärgern sich die Aktivisten. Auch Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk versteht dieses Verhalten nicht: „Ich sehe keinen rechtlichen Grund, weshalb die Herausgabe dieser Daten verweigert werden sollte. Bei der Bekanntgabe der Quote wird schließlich keine Auskunft über personenbezogene Daten gegeben.“

Eytan Reif dazu: „Sollten die Daten nicht herausgegeben werden, behalten wir uns weitere Schritte vor.“ Als Erstes wurde nun ein offizieller Antrag zur Offenlegung der Prozentzahl sowohl bei der Schule als auch beim Stadtschulrat eingereicht.

„Wir wollen hier keinen Kampf der Nicht-Gläubigen gegen die Gläubigen anzetteln“, stellt Aktivist Reif klar. Es gehe einzig darum, die Grenzen des österreichischen Rechtsstaats aufzuzeigen, sowie die Tatsache, dass einige gesetzliche Regelungen durchaus bedenklich seien.

Verständnislosigkeit

Seitens des Elternvereins wird betont, dass diese Diskussion das Privatinteresse einzelner Eltern darstelle: „Wir als Elternverein verfolgen das Thema nicht.“ Mitglied Thomas Angerer ergänzt: „Ich bin seit fünf Jahren Elternvertreter und an mich sind noch nie Eltern wegen dieses Themas herangetreten.“

Auch Maria Djakovitc, Mutter zweier Mädchen, die die Volksschule besuchen, sagt: „Ich finde die Diskussion vollkommen unnötig.“

Ebenso sieht das eine Lehrerin, in deren Klasse nun wieder ein Kreuz hängt: „Ich muss gestehen, es ist mir gar nicht aufgefallen, dass es wieder da ist.“

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