Chronik | Wien
05.02.2018

Klarstellung zur Opernballdemo: "Eat the rich" kein Aufruf zu Kannibalismus

Opernballdemo wird vom Kommunistischen Studentenverband veranstaltet. Dort geht man von 500 Teilnehmern aus.

Der Opernball am kommenden Donnerstag wird wieder von einer Demonstration begleitet, die das bereits wohlbekannte Motto "Eat the Rich" trägt. "Das ist metaphorisch zu sehen und kein Aufruf zum Kannibalismus", stellte David Lang, Bundesvorsitzender der Kommunistischen Jugend Österreichs (KJÖ), am Montag bei einer Pressekonferenz klar.

Die KJÖ fungiert wie im Vorjahr mit dem Kommunistischen Stundentenverband (KSV) als Veranstalter der Demo. Der Opernball ist für die Organisation ein Symbol für die Ungleichverteilung des Reichtums hierzulande und demzufolge auch eine Chance, auf miese Arbeits- und Lebensbedingungen, Verarmung und Perspektivlosigkeit hinzuweisen. Nirgendwo sonst würden diese Widersprüche so offen zur Schau gestellt wie bei diesem Ball, so Lang.

Er kritisierte, dass die neue schwarz-blaue Regierung die sozialen Missstände noch weiter verschärfen wolle. "Wir wollen die Regierung überall dort angreifen, wo sie die Mehrheit der Bevölkerung angreift, und das tut sie auf allen ebenen", betonte der KJÖ-Vorsitzende.

Start um 18 Uhr

Die Demo startet am Donnerstag bei der U6-Station Josefstädter Straße vor dem Yppenheim um 18.00 Uhr. Über den Gürtel und die Lerchenfelder Straße geht es zur Zweierlinie und auf dieser bis zum Platz der Menschenrechte vor dem Museumsquartier, wo die Schlusskundgebung stattfinden wird.

Den Protest direkt vor die Oper zu tragen, ist laut Lang nicht geplant. Es gebe ein Platzverbot um die Staatsoper wegen der Zufahrt der Ballgäste, außerdem finde eine Bundesratssitzung statt, wodurch die Sperrzone noch einmal anders verlaufe. "Wir werden sicher nicht vor der Oper Limousinen blockieren", sagte Lang. Der KJÖ-Vorsitzende ging von 500 Teilnehmern aus. "Aber alle Proteste zuletzt sind deutlich größer ausgefallen. Die Leute sind zurecht angepisst."

Dass Opernballdemos Ende der 1980er-Jahre und Anfang des Jahrtausends gewalttätig verliefen, hat Lang zufolge keine Bedeutung für den Donnerstag. Auch im Vorjahr sei die Demo laut, selbstbewusst gewesen, aber gewaltfrei. "Von uns geht sicher keine Konfrontation aus", bekräftigte der KJÖ-Vorsitzende.