Kein Rasen am Ring: Massive Staus in Wien

…
Foto: KURIER/Franz Gruber

Zufahrten und Ausweichroute gleich nach Veranstaltungsbeginn überlastet.

Die Sperre des Rings in Wien für die Veranstaltung "Rasen am Ring" hat laut ÖAMTC gleich nach Beginn um 10.00 Uhr für massive Staus auf den Ausweichrouten und den Zufahren geführt. Auf der gesamten Zweierlinie war ein Fortkommen nur im Schritttempo möglich, auf der Rechten Wienzeile ging ab der Pilgrambrücke nichts mehr. Auch auf der Prinz Eugen Straße brauchten die Autofahrer viel Geduld.

Beim ÖAMTC war man von dem Ausmaß der Staus überrascht. "Über die Veranstaltung wurde im Vorfeld sehr stark medial berichtet", hieß es seitens des Autofahrerclubs. Erst gegen Mittag wurde die Situation etwas besser.

Lokalaugenschein: Kein Rasen am Ring

Das  Ausmaß des Staus überraschte sogar die Verkehrsexperten des ÖAMTC – schließlich war über die Sperre der Ringstraße anlässlich des autofreien Tages im Vorfeld berichtet worden. Doch gleich nach Beginn der Veranstaltung „Rasen am Ring“ um 10 Uhr bildeten sich auf den Ausweichrouten und Zufahren riesige Autokolonnen. Auf der gesamten Zweierlinie war ein Fortkommen nur im Schritttempo möglich, auf der Rechten Wienzeile ging ab der Pilgrambrücke nichts mehr. Auch auf der Prinz-Eugen-Straße brauchten Autofahrer viel Geduld. Beim Fest der Grün-Nahen Plattform Autofreie Stadt selbst  ging es zur Mittagszeit noch relativ ruhig zu, bevor am Nachmittag Hochrad-Wettbewerbe, Bike-Yoga-Kurse  oder auch Flaneure in historischen Gewändern folgten. Keine Freude mit der bereits 74. Ringstraßen-Sperre in diesem Jahr hat man bei Wirtschaftskammer und ÖVP.
  Für deren Parteiobmann, Manfred Juraczka  (eine Telefonsprechstunde mit dem ÖVP-Chef finden Sie im Mittwochs-KURIER) führen Ring-Sperren „nicht nur zu einem massiven Verkehrsstau, sondern sie fügen auch der Wirtschaft einen enormen Schaden zu“. 2014 sei der Ring im Schnitt jeden vierten Tag gesperrt gewesen, kritisiert Juraczka „den Verkehrsfundamentalismus der Grünen“. Laut Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer, müssen manche Unternehmer Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent hinnehmen.

ÖVP gegen "Autofahrer-Schikanen"

Indes sorgt sich die Wiener ÖVP weiter um die Zukunft des Autofahrens in der Stadt. Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und regelmäßige Straßensperren - wie etwa jene des Rings - würden vor allem die Wirtschaft treffen, versicherte der Landeschef der Volkspartei, Manfred Juraczka, am Dienstag in einer Pressekonferenz.

Gefordert wird etwa die Öffnung von weiteren Querungen auf der Mariahilfer Straße. Datum und Ort des Medientermins, nämlich das Ring-Cafe Landtmann, waren aus speziellem Anlass gewählt worden: Anlässlich des "Autofreien Tages" wurde die Ringstraße am Vormittag für die Aktion "Rasen am Ring" gesperrt. Die ÖVP nutzte die freie Fahrbahn prompt, um dort ein Transparent mit dem Slogan "Stopp den Autofahrer-Schikanen" zu entfalten.

Beklagt wurde zum Beispiel, dass es auf der umgebauten Mariahilfer Straße noch immer zu wenige Querungen gebe. Solche einzuführen würde bei einer Regierungsbeteiligung der ÖVP auf der Agenda stehen, wurde heute versichert. Einen Rückbau der nunmehrigen Fußgänger- und Begegnungszone, wie ihn die FPÖ nicht ausschließt, hält der Wiener ÖVP-Obmann angesichts der zu erwartenden hohen Kosten hingegen für wenig sinnvoll, wie er erklärte.

Wien

Wien: Der Ring als politischer Tummelplatz

Am Dienstag wird im Bademantel für die „Freiheit für mehr Musik von Udo Jürgens“ demonstriert. Diese Spaßdemo ist allerdings die Ausnahme. Ein Rückblick: Am 11.1. fand eine Demo gegen den "Massenmord an Streunern in Rumänien" statt. Auch am 1.3. und am 17.5 wurde für die Hunde protestiert. Die Demonstration gegen den Akademikerball der FPÖ fand am Freitag, 24. 1. statt. Für die  Unterstützung der Proteste in der Ukraine wurde am 26.1. protestiert. Am 28.1. fand ein Autokorso zum Thema statt. Eine Folge des Akademikerballs: Am 7.2. marschieren Demonstranten für einen "Rücktritt des Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl". Am 1.3. wurde gegen die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer NoVA, im Bild eine NoVa-Kontrolle, demonstriert. 7.3.: Für "Demokratie und gegen den Militärputsch in Ägypten". Ebenfalls im März:  „Für den kürzlich in der Türkei verstorbenen Berkin Elvan.“ Die  "Hypo-Alpe-Adria-Bank" war am 10. und am  28.4. Thema einer Demo. Weiters wurde wieder gegen den Militärputsch in Ägypten (20.4)  und für den Frieden (26.4.) demonstriert. Am 30.4 folgte auf die Demo „Für die Freigabe von natürlichem Cannabis in der Medizin sowie als Genussmittel“ ein "Fackelzug der SP-Jugend". Apropos SPÖ - am 1. Mai fand der traditionelle Aufmarsch der SPÖ statt. Am 10. Mai fand auch die "Peace Parade" (Symbolbild) statt. Weiters: „Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“ (8.5.), oder  „Nein zum 12-Stunden-Tag“ (12.5).  "Freedom not Frontex" hieß es bei einer Demo am 16.5. (Symbolbild). Auch gegen die "AGRA Gentechnik" (24.5.) und den Krieg in Syrien (30.5.) wurde demonstriert. „Genug gespart! Her mit der Vermögenssteuer!“ hieß es am Freitag, dem 13. 6. An diesem Tag fand auch die Demo: „F13 – Die Stadt gehört uns und die 18 Milliarden eigentlich auch“ statt. Der Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan am 19. Juni in Wien  rief auch seine Gegner auf den Plan. Der Besuch von Wladimir Putin am 24. 6. war gleich von zwei Demos begleitet. Eine davon "To Russia With Love Austria -Regenbogenmarsch" (Bild) richtete sich gegen Homophobie. Am 6. Juli wurde gegen die "Aufstellung einer chinesischen Bohrplattform in vietnamesischen Gewässern“ protestiert. Gegen „Menschenrechtsverletzungen gegenüber Falun Gong-Übenden in China“ richtete sich eine Demo am 19. 7. Am 20.7 hieß es "Mehr Rechte für Biker" Bei "Rasen am Ring" am 22.9 war der Ring zwischen 10 und 22 Uhr autofrei. Der Marsch der Wutbürger: Für das Kulturerbe in Wien setzten sich Demonstranten am 25. 9. ein.

(apa / dw) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?