Chronik | Wien 10.12.2011

Katastrophenalarm bei Brand in Hochhaus

Feuer in der Laaer-Berg-Straße: 70 Wohnungen mussten evakuiert werden. Vater und Mutter einer sechsköpfigen Familie wurden verletzt.

Mein Nachbar hat an die Tür geklopft und nur noch geschrien: Weg, weg! Doch im Flur war alles schwarz, man hat nichts mehr gesehen bei dem dichten Rauch. Ich bin im Nachthemd dagestanden und mit zwei Jacken geflüchtet. Dabei habe ich nur an die armen vier Kinder gedacht", schildert Elisabeth Schwab die dramatischen Momente. Rund um das 15-stöckige Hochhaus war bald darauf die Hölle los. "Es kamen pausenlos Einsatzfahrzeuge", erzählt Augenzeuge Miro Raso. Für die Feuerwehr herrschte Alarmstufe zwei, die Rettung rückte gleich mit dem kompletten Katastrophenzug an.

"Vor dem Haus stand die sechsköpfige Familie und alle fielen einander um den Hals", erzählt Raso. Erst später klappten Yilmaz N. und ihr Ehemann zusammen, sie wurden mit der Rettung ins Otto-Wagner-Spital gebracht. Die vier Kinder im Alter bis zehn Jahre wurden inzwischen von der Akutbetreuung der Stadt Wien versorgt.

Währenddessen koordinierte Einsatzleiter Werner Turetschek ab 10.08 Uhr den Einsatz der Löschmannschaften. 70 Wohnungen mussten evakuiert werden. "Das Problem war, dass unsere normalen Drehleitern nicht hoch genug sind. Wir mussten ein Spezialfahrzeug mit extralanger Leiter anfordern", so ein Feuerwehrmann zum KURIER. Glück für die Bewohner war jedenfalls, dass das Hochhaus in der Laaer-Berg-Straße 32 ein eigenes Sicherheitsstiegenhaus besitzt. Damit bleibt der Stiegenaufgang immer rauchfrei, die Bewohner konnten so auch aus den höher liegenden Stockwerken fliehen, sonst hätte ihnen ein ähnliches Schicksal gedroht wie jenen Menschen, die am 11. September 2001 im World Trade Center oberhalb des Feuers festgesessen waren.

 

Im Rekordtempo gelöscht

Bereits nach einer halben Stunde konnte Brand aus gegeben werden, die Feuerwehr hatte die Flammen schnell unter Kontrolle gebracht. "Einfach toll, was eine Stadt wie Wien für so etwas im Einsatz hat", zeigte sich der Rumäne Samuel Costia als Augenzeuge beeindruckt.

In den Nachmittagsstunden waren die Mitarbeiter der Tatortgruppe damit beschäftigt, die genaue Ursache für das Feuer zu suchen. Eine Brandstiftung scheidet jedenfalls aus, laut inoffiziellen Quellen war das Feuer im Kinderzimmer ausgebrochen. Damit gelten Zündeln oder ein Kurzschluss als mögliche Gründe für den Hochhausbrand.

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( Kurier ) Erstellt am 10.12.2011