Chronik | Wien
23.11.2017

Kamera statt Druckknopf: Wien führt Ampeln mit Fußgängererkennung ein

Ein Kamerasystem soll erkennen, wenn eine Person die Straße überqueren will. Derzeit läuft eine Testphase, die breitere Einführung ist im Frühjahr geplant.

In Wien wird derzeit eine neue Fußgängerampel getestet. Ein Kamerasystem soll erkennen, ob ein Fußgänger die Straße überqueren will und dann rasch auf Grün schalten. Die Ampelkameras sollen auf lange Sicht die rund 200 Ampeln mit Druckknöpfen ersetzen, berichtete wien.orf.at am Mittwoch.

Damit wolle man den Komfort der Fußgänger erhöhen, erklärte Walter Mimmler von der zuständigen MA 33 in dem Artikel. Die erste Ampelkamera werde seit einem halben Jahr "geheim" an einer Kreuzung in Favoriten getestet. Geheim deshalb, damit sich die Fußgänger natürlich verhalten und das Testergebnis nicht verfälscht wird.

Mensch oder Platiksackerl

Im Gegensatz zu einem Bewegungsmelder, der die Ampel auch auf Grün schalten würde, wenn etwa eine Taube oder ein Plastiksackerl vorbeifliegt, erkenne das Kamerasystem den Menschen und auch was er will: "Dieses System kann erkennen, ob diese Person tatsächlich die Fahrbahn queren will oder sie nur dort wartet und mit der Ampel eigentlich gar nichts am Hut hat."

Laut Mimmler funktioniert das System, nur die Zuverlässigkeit müsse noch weiter überprüft werden: Bei 10.000 Fußgängern darf das System im Test höchstens 50 Mal versagen. Wenn das passt, sollen die ersten Ampelkameras im kommenden Frühling installiert werden. Pro Ampel soll das System, das gemeinsam mit der Technischen Universität Graz entwickelt wurde, höchstens 5.000 Euro kosten.