Kaffeehaus-Inhaberin wegen Anti-FPÖ-Tafel bedroht
© /Julia SchrenkEva Trimmel hat die Auswirkungen auf ihr Posting unterschätzt.
Eva Trimmel hat die Tafel gelöscht und bereut ihr Facebook-Posting.
Das Café Fett und Zucker war am Dienstagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Stammgäste sind gekommen, um sich mit Eva-Maria Trimmel zu solidarisieren. Aber auch Neukunden sind da, die noch nie zuvor im Kaffeehaus in der Hollandstraße in Wien-Leopoldstadt waren und nun extra wegen Eva Trimmels Facebook-Posting gekommen sind. Doch die Tafel mit dem Anti-FPÖ-Schriftzug war am Dienstag leer. Trimmel hat sie gelöscht. "Ich hätte das nicht schreiben sollen", sagt sie.
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Eva Maria Trimmel, Fett + Zucker, Wien 25.04.2016.
Wie berichtet,machte die 41-jährige Café-Inhaberin ihrem Ärger über das starke Wahlergebnis von FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer Luft. Sie stellte eine Tafel vor ihr Lokal und bat FPÖ-Wähler, weiter zu gehen. Rechte seien in ihrem
Kaffeehaus, das sie als feministisch und antirassistisch ausgelegt hat, nicht willkommen. Ein entsprechendes Foto postete sie auf die Facebook-Seite ihres
Kaffeehauses.(Anmerkung: Die Facebook-Seite von "Fett und
Zucker" wurde in der Zwischenzeit deaktiviert.)
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Eva Maria Trimmel, Fett + Zucker, Wien 25.04.2016.
Die Empörung im Internet war enorm. Kritiker zogen Vergleiche mit der NS-Zeit.
Reinhard H. etwa schrieb: "Erinnert mich an Nazi-Propaganda. ‘Wenn du Jude bist, geh weiter, wir wollen dich hier nicht‘." Dabei wollte Trimmel mit ihrem Posting auf die "menschenverachtende Politik der
FPÖ" aufmerksam machen, wie sie erklärt. Die Gäste sehen das differenzierter – etwa
Maria und Matthew, beide 24, die auf einen Kuchen ins Fett und
Zucker kamen.
Maria sagt: "Sympathieträger sollten sich vor der
Stichwahl positionieren." Matthew ergänzt: "Wer gegen die Rechten auftritt, dem muss auch klar sein, dass sich die dann extrem aufspielen."
Eva Trimmel hätte nicht gedacht, dass sich "so viele Leute für diesen Pipifax interessieren", sagt sie.
WC verstopft
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honoarfrei. Fett und Zucker, Eva Trimmel, Eva-Maria Trimmel,
Zwar habe sie mit Polarisierung gerechnet und auch die Beschimpfungen überraschen sie nicht. "Aber dass ich bedroht werde, macht mir echt große Angst." FPÖ-Sympathisanten hätten ihr nicht nur Anzeigen (wegen Diskriminierung) angekündigt, sondern damit gedroht, sie "schon noch besuchen" zu kommen. Und ein Mann habe am Dienstag Kaffee und Strudel bestellt und sei dann aufs Klo gegangen: "Dort hat er mir eine Sauerei hinterlassen", erzählt Trimmel. Er habe das WC mit Klopapier verstopft und sei dann ohne zu bezahlen gegangen."Allein gegen Tausende, das übersteigt meine Kräfte", sagt
Eva Trimmel. Sie hofft, dass sich der Sturm der Entrüstung bald legt. "Auf
Facebook kommen nur noch Fotos von Kuchen und Katzenbabys."
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