Beim Überfall bei Juwelier Kornmesser wurden 3,5 Millionen Euro erbeutet.

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Juwelierüberfälle: Schießerei wegen Millionen
04/11/2012

Juwelierüberfälle: Schießerei wegen Millionen

Der mutmaßliche Haupttäter des „Kornmesser“-Überfalls wurde angeschossen und verhaftet. Ein Prozess ist aber fraglich.

von Dominik Schreiber

Die Serie von spektakulären Überfällen auf Wiener Juweliere nimmt kein Ende. Zehn Geschäfte wurden heuer bereits überfallen. Kaum eine Woche vergeht ohne neuerlichen Coup. Der spektakulärste davon – jener auf den Nobeljuwelier Kornmesser am Graben im Jänner, bei dem 3,5 Millionen Euro erbeutet wurden – scheint geklärt. Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft, ein Prozess gegen ihn ist dennoch mehr als fraglich.

Auf eigene Rechnung

Wie berichtet, gab es in der zentralserbischen Stadt Cacak Anfang März eine Schießerei zwischen zweien der mutmaßlichen Räuber. Stanko R. dürfte dabei den Anführer der Wiener Bande, Nikola B., 23, angeschossen haben. Ursache dürfte laut der ser­bischen Tageszeitung Blic eine Auseinandersetzung auch um die Millionenbeute aus Österreich gewesen sein. Nikola B. fiel schon auf dem Überwachungsvideo von Kornmesser dadurch auf, dass er einige der Pretiosen in seiner Manteltasche verschwinden ließ (der KURIER berichtete).

Dass Serbien den Serben Stanko R. nach Österreich ausliefert, ist fast undenkbar. Ob der Prozess an den Balkanstaat abgetreten wird, darüber konnte und wollte die Staatsanwaltschaft Salzburg keine Auskunft geben: „Das ist ein Verschlussakt“, sagte Sprecherin Barbara Feichtinger zum KURIER. Vier Überfälle Den beiden Serben, die einem Ableger der „Pink Panther“ angehören sollen, werden insgesamt vier Juwelierüberfälle in Wien und Salzburg vorgeworfen. Erfolgreich war die mehrköpfige Bande neben Kornmesser auch beim Juwelier Thurzu in Wien-Neubau sowie bei Karner und Haasmann in Salzburg. In Summe konnte das Wiener Landeskriminalamt heuer bereits vier Juwelierüberfälle klären. Allerdings ist erst ein mutmaßlicher Mittäter in Haft, bei den restlichen Verdächtigen sind nur die Namen bekannt. Nikola B., der sich auf freiem Fuß in Serbien befindet, muss jedenfalls erst mit einer Verhaftung rechnen, wenn er die EU betritt.

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