Am n├Ąchsten Wochenende wird wieder ein Polizei-Gro├čaufgebot im Einsatz sein (Archivbild).

┬ę jeff mangione

Akademikerball und Pegida
01/25/2015

Intensive Demo-Tage in Wien

17 Demonstrationen von linken und rechten Aktivisten.

12 Demonstrationen am Freitag gegen den Akademikerball, die Pegida-Aktion am Montag beim Westbahnhof und vier weitere Demos gegen die Islamkritiker ÔÇô rund um das n├Ąchste Wochenende prallen in Wien Links und Rechts aufeinander.

Auch die Polizei ist alarmiert. Nach den Ausschreitungen des vergangenen Jahres rund um den Rechtswalzer in der Hofburg wurde die Taktik in vielen Bereichen umgestellt. Mehr als 2500 Polizisten werden allein am kommenden Freitag im Einsatz sein, die Federf├╝hrung bei Planung und Umsetzung liegt diesmal bei der erfahrenen Wiener Elitetruppe WEGA. Sie soll ÔÇô an Stelle der im Vorjahr offensichtlich ├╝berforderten ober├Âsterreichischen Beamten ÔÇô den "schwarzen Block" im Auge behalten.

Deutsche Verst├Ąrkung

Die deutsche Antifa hat im Vorfeld 48 Busse mit Demonstranten als Verst├Ąrkung angek├╝ndigt. So viele werden es wohl nicht sein, etwa die H├Ąlfte wird aber in der Bundeshauptstadt erwartet. Die Polizei wird einige der Fahrzeuge stoppen und kontrollieren. Doch finden wird sie auch diesmal wenig. Falls sich gewaltbereite Demonstranten aus dem Ausland erneut mit (mit Farbe gef├╝llten) Glasflaschen oder ├Ąhnlichem bewaffnen, erhalten sie dies meist von lokalen Unterst├╝tzern. "Grenzkontrollen w├╝rden deshalb wenig bringen", sagte Polizeipr├Ąsident Gerhard P├╝rstl im Vorfeld.

Offiziell gibt die Polizei noch gar nichts ├╝ber die Demo-Routen bekannt, diese Woche laufen noch Verhandlungen mit Veranstaltern. Auch die Details des Platzverbotes werden erst kurzfristig bekannt gegeben. Neben dem traditionell friedlichen Konzert am Heldenplatz gelten vor allem drei Demos als m├Âgliche Problemf├Ąlle: So hat die Offensive gegen Rechts "bunte Blockaden" gegen Ballbesucher angek├╝ndigt, der ber├╝chtigte "schwarze Block" d├╝rfte um 17 Uhr im Resselpark starten. Der Titel dieser Demo am Karlsplatz ist ganz offensichtlich bewusst zweideutig: Zwar nennt sich diese: "F├╝r ein Ende der Gewalt", allerdings steht das auf einem Zettel, der gerade zerrissen wird.

In sozialen Netzwerken hei├čt es etwa von Demogruppen, dass Gewalt gegen Sachen gar keine Gewalt sei. Dazu kommt die (aus Deutschland stammende) Initiative Links, deren Zug sich aber fr├╝her oder sp├Ąter noch einem der anderen beiden gr├Â├čeren Z├╝ge anschlie├čen d├╝rfte.

Insgesamt werden von Polizei und Veranstaltern rund 5000 bis 6000 Demonstranten gegen den Akademikerball in der Hofburg erwartet. Noch keine Zahl gibt es f├╝r die Aktionen drei Tage sp├Ąter. Die Pegida-Demo k├Ânnte allerdings ebenfalls einen niedrigen vierstelligen Bereich erreichen. Von linker Seite wurden vier Gegendemos angemeldet, teilweise im Umfeld des Westbahnhofes.

"Ausnahmezustand"

Bei der VP-nahen Polizei-Gewerkschaft FCG spricht man bereits von einem "Ausnahmezustand" durch die vielen Demos und die seit Tagen anhaltende Terrorgefahr: "Wenn das so weitergeht, dann muss das Innenministerium einen Assistenzeinsatz des Bundesheeres ├╝berlegen", sagt der Wiener FCG-Landesvorsitzende Gerhard Zauner. "Denn die Polizisten fehlen im Regeldienst."

Als Kunde w├╝rde ich zu Hause bleiben

"Wir hoffen, dass alle Demonstrationen friedlich bleiben", sagt Erwin Pellet, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer.

Allerdings, so recht will Pellet nicht daran glauben. 17 Demonstrationen sollen kommendes Wochenende rund um den Akademikerball und Pegida-Aufmarsch auf die Gesch├Ąftsinhaber der Innenstadt zukommen.

"Jede dieser Demonstration ist eine zu viel", sagt Pellet. Im Sommer hat er sich massiv bei Innenministerin Johanna Mikl-Leitner daf├╝r eingesetzt, die Flut an Demos in der Innenstadt ein wenig einzud├Ąmmen. "Das Innenministerium bem├╝ht sich, dass jeder Antrag mit Sorgfalt gepr├╝ft wird", sagt Pellet. "Aber man kann eine Demo schwer verbieten." Dennoch h├Ątten sich die Behinderungen zuletzt im Rahmen gehalten.

Das d├╝rfte beim Akademikerball anders sein. "Der eine oder andere Betrieb wird fr├╝her schlie├čen, damit die Angestellten sicher nach Hause kommen", sagt Pellet, eine Hotline wurde eingerichtet. Die Sparte Gewerbe & Handwerk hat Spezialisten abgestellt, die etwa geborstene Schaufensterscheiben rasch reparieren. Auch das Gesch├Ąft untertags wird wohl leiden, bef├╝rchtet Pellet: "Als Kunde w├╝rde ich auch zu Hause bleiben."

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