Ins Café kommt die Schauspielerin Nina Proll zum Entspannen, aber auch zum Arbeiten.

© KURIER/Gerhard Deutsch

Tirolerhof
06/19/2016

Innenstadtcafé für Vorstadtweiber

Im TV macht Nina Proll die Vorstadt unsicher, im richtigen Leben zieht es sie ins Café im Stadtzentrum.

von Anna-Maria Bauer,

Nach Wien kommt Nina Proll zum Arbeiten, für Drehtermine, Interviews und Konzeptionsgespräche. Das Familienleben aber, Hühner füttern und Wäsche waschen, das passiert in Tirol. Dass sie diese beiden Sphären aber doch nicht ganz trennen kann, spiegelt sich etwa in ihrer Restaurantvorliebe wider. Besonders gern besucht sie in Wien nämlich das "Café Tirolerhof".

Ob seiner zentralen Lage schräg gegenüber der Albertina zieht das urige Kaffeehaus neben Wienern auch viele Touristen an. Mit den cremefarbenen Wänden, den weichen Polsterbezügen und den hohen, orientalisch anmutenden Fenstern hat die ehemalige Molkerei mit der Milchtrinkhalle etwas sehr Gemütliches.

Meist genehmigt sich Nina Proll hier auch eine Mehlspeise. An diesem Tag hat sie jedoch nur Zeit für eine schnelle Melange. Der Tag ist vollgepackt mit Terminen. Das nächste große Projekt steht kurz bevor: eine Solo-Show.

Vorstadtliederabend

"Abschied von Döbling" – So hieß es nicht nur vor zwei Wochen mit dem Ende der zweiten Staffel "Vorstadtweiber" für die Fans der TV-Serie (zumindest vorübergehend). Genau das wird Nina Proll in drei Wochen auch auf der Bühne singen.

Denn bei ihrem neuen Projekt nimmt Proll jenes Thema auf, das sie bereits als Nicoletta Huber, ehemalige Nobelboutiquen-Besitzerin mit Hang zur Kriminalität, beschäftigte: die Hautevolee vom Stadtrand. Der Titel: "Vorstadtlieder – die große Nina Proll Show".

Zu hören ist etwa Dolores Schmidingers "Abschied von Döbling". Das Lied handelt von einer jungen Frau, die ihre Wohnung verliert, weil der Papa sie nicht mehr zahlen möchte. Daraufhin muss sie in die Josefstadt ziehen – eine Katastrophe. "Ich finde das super, diese Schickimicki-Frau aus dem 19. Bezirk!", sagt die Künstlerin, als der Kellner ihr die Melange serviert und fährt fort: "Ich verband die Vorstadt ja immer mit den Arbeiterbezirken außerhalb des Gürtels; mit Personen wie dem süßen Mädel von Schnitzler; naive Arbeiterinnen, die von reichen Herren ausgenützt werden. Erst durch die Serie hat sich der Begriff für mich gedreht. Heute sind es die Frauen, die die Männer ausnützen."

Also hat sie sich angeschaut, was es für Lieder gibt, zum noblen, schicken Wien. Und sie fand jede Menge: Kabarettlieder von Helmut Qualtinger, Strizzilieder von Adi Hirschal und Austropop-Klassiker. Ein Potpourri davon wird sie bei ihrer Show zum Besten geben. Darunter auch Falcos "Brillantin Brutal", in dem es heißt: "Wo wir sind ist vorne, sind wir hinten, dann ist hinten vorne. Proll: "Das ist der Wiener Größenwahn, den man als Künstler braucht, wenn man auf einer großen Bühne steht."

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