Im Trend: Mit Strom durch die Stadt

Engineer Braune presents a prototype of a chainles
Foto: REUTERS/WOLFGANG RATTAY Anlässlich der U4-Sperre ermutigt die Stadt, auf das Rad umzusteigen.

Bereits 40.000 E-Bikes sind in Wien in Betrieb. Die Stadt Wien lädt anlässlich der U4-Sperre zum E-Rad-Test.

Früher hatte es das Image, ein Fahrrad für Pensionisten zu sein: Das E-Bike. "Das hat sich total geändert", schildert Fahrradhändler Mikko Stout. Denn seit zwei Jahren steige die Nachfrage deutlich, mittlerweile seien schon 15 Prozent seiner verkauften Räder E-Bikes. Anlässlich der U4-Sperre ermutigt nun auch die Mobilitätsagentur der Stadt Wien dazu, auf das Elektro-Fahrrad umzusteigen: Ab heute, Mittwoch, gibt es bei der U4-Station Hietzing eine Service-Station, bei der Interessierte E-Bikes gratis ausprobieren können.

Ab 30. April fährt die U4 wegen Sanierungsarbeiten nicht zwischen Hütteldorf und Hietzing. Von 2. Juli bis 4. September reicht die Sperre gar von Hütteldorf bis Schönbrunn. "Der Wienfluss-Radweg entlang der U4 ist flach und gut ausgebaut.

Martin Blum Foto: Kurier/Juerg Christandl Martin Blum Er ist eine gute Alternative, wenn man sich den Schienenersatzverkehr ersparen möchte", erklärt Wiens Radfahr-Beauftragter Martin Blum.

Einige planen tatsächlich bereits, auf das E-Bike umzusteigen, berichtet Fahrradhändler Stout: "Es waren mehrere Kunden bei mir im Laden, die sich dezidiert wegen der U4-Sperre nach Rädern erkundigt haben."

Kunden werden jünger

Vor allem Menschen ab 30 würden derzeit vermehrt nach E-Bikes fragen: "Damit kommen sie nämlich rasch, aber nicht verschwitzt in die Arbeit", erklärt Stout einige der Vorteile.

Auch der KURIER wagte eine Testfahrt entlang der U4-Strecke mit einem herkömmlichen Citybike der Stadt Wien (2 Stunden Entlehnung kosten 1 Euro) sowie mit einem hochwertigen E-Bike (Wert: zirka 2599 Euro).

Martin Blum Foto: Kurier/Juerg Christandl Der Wienfluss-Radweg Die Fahrt am Wienfluss-Radweg von Hietzing stadtauswärts gestaltet sich mit beiden Rädern unkompliziert: Selbst zur Hauptverkehrszeit um 18 Uhr ist er wenig befahren, auf der breiten Fahrbahn kommt man flott voran. Nach rund zehn Minuten erreicht man bereits die U-Bahn-Station Ober St. Veit. Bei Gegenwind ist man für die Motorunterstützung jedoch dankbar: 20 km/h sind ohne gröbere Anstrengung möglich.

Unterschiede werden aber bei einem Abstecher in den 13. Bezirk deutlich: Hier zeigt sich, dass das E-Bike auch für jene praktisch ist, die in hügeligen Gegenden wohnen. Bei einer Fahrt im Bereich Schlossberggasse und Adolfstorgasse beginnt das Citybike rasch beunruhigend zu quietschen, zudem ist die Fahrt sehr kräfteraubend. Anders das E-Bike: Mit ihm radelt man erstaunlich unangestrengt selbst steile Gassen bergauf.

Wer es selbst versuchen möchte: Ab sofort kann man bei der Service-Station bei der U4-Station Hietzing E-Bikes ausborgen. "Derzeit gibt es zehn Stück, bei Bedarf werden wir weitere anschaffen", erklärt Blum. Eine Testfahrt ist kostenlos, das Ausleihen über Nacht kostet fünf Euro.

Service

Was man bei der Anschaffung eines E-Bikes bedenken sollte

Was gilt es bei der Anschaffung eines E-Bikes zu beachten?"Es gibt sehr große Unterschiede bei Preis und Qualität", erklärt Mikko Stout, Leiter des Fahrradgeschäfts "Stadtradler" in der Karlsgasse in Wien-Wieden. Die Qualität des Rades und seiner Komponenten sowie die Stärke des Motors bestimmen den Preis: Ein E-Bike von sehr guter Qualität kostet zirka 2000 bis 2500 Euro.

"Es kommt auf die individuellen Bedürfnisse an", erläutert Stout. "Wenn ich kaum bergauf fahre, reicht ein günstigeres Modell mit schwächerem Motor. Ebenso, wenn ich nur ab und zu einen Ausflug mache."

Sei man hingegen häufig unterwegs, empfehle er den Kauf eines hochwertigen Modells – diese seien langlebiger und verursachten weniger laufende Kosten. "Bei ganz billigen Modellen kann es etwa passieren, dass man den Akku nicht austauschen kann. Dann muss man stattdessen ein neues E-Bike kaufen – und das kommt im Endeffekt erst recht teurer."

Zu bedenken seien auch Sicherheitsaspekte, erklärt Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). So werde die Geschwindigkeit der Gefährte oft falsch eingeschätzt: Ältere E-Bike-Besitzer etwa seien bei ihrer ersten Fahrt oft überrascht, dass die Räder deutlich flotter losfahren als normale Fahrräder. "Aber auch andere Verkehrsteilnehmer können die Geschwindigkeit eines herannahenden E-Bikes unterschätzen."

Generell rät Robatsch: "Man soll sich beim Kauf eines E-Bikes gut beraten lassen. Ebenfalls ist es wichtig, immer mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren."

(kurier) Erstellt am
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