© Kurier/Juerg Christandl

Währing
06/18/2016

Im Grätzel: "Der Aumannplatz hat noch ganz viel Potenzial"

"Die Marktweiber" sind der bis dato letzte Neuzugang im Grätzel. Weitere Lokale sollen folgen.

von Anna-Maria Bauer

Stammkunden, die beim Paradeiser-Einkaufen ins Tratschen kommen, doch noch einen Kaffee trinken und dadurch Energie tanken – das möchten Susanne Leder und Michaela Haas mit ihrem neuen Geschäft "Die Marktweiber" erreichen.

Am Donnerstag eröffneten die beiden Quereinsteigerinnen ihre heimeligen Greißlerei in der Türkenschanzgasse 2 am Aumannplatz (18. Bezirk).

Auf weißgetünchten Holztischen stapeln sich knackige Melanzani neben saftigen Paprika. In den Wandregalen gibt es "Erfolgstee" oder Demeter-Mehl, in der Kühlvitrine liegt Angus-Beef aus dem Weinviertel. Die Produzenten haben die Neo-Unternehmerinnen bei einer Österreich-Tour vergangenen Sommer kennengelernt. "Wir wollen gute österreichische Produkte bekannt machen und Nahversorger fürs Grätzel sein", sagt Susanne Leder. Warum sie sich dafür den Aumannplatz ausgesucht haben? Michaela Haas dazu: "Wir haben uns in der ersten Sekunde in dieses Lokal verliebt und wurden von den Nachbarn unglaublich nett aufgenommen."

Erdnussbutterkekse

Die Nachbarn – das sind etwa Dominique Foertig und Ernst Koslitsch von den "12 Munchies" eine Tür weiter. Der kleine Kaffee- und Kuchenladen mit der bunt zusammengewürfelten Einrichtung (die teils von der eigenen Großmutter, teils aus dem Altersheim nebenan kommt) feierte dieser Tage fünfjähriges Bestehen.

Der Fokus liegt auf britischen und amerikanischen Produkten; die Erdnussbutter-Kreationen, die Brownies und Sandwiches haben es den Stammgästen angetan. Ziemlich genausolang wie die "12 Munchies" gibt es das Lokal "Aumann", eine stylishe Mischung aus Café, Restaurant und Bar, dessen Tische in der Frühstücks-, Mittags- und Cocktailzeit gefüllt sind.

"Durch die Gastronomiebetriebe ist die Frequenz in den vergangenen Jahren und Monaten gestiegen", sagt Heinrich Achatz, der seit 40 Jahren in dem Grätzel wohnt, seit 25 Jahren die Vinothek und seit sieben Jahren den Feinkostladen "Alles Schinken" am Aumannplatz führt. "Früher war vor allem im Sommer hier gar nichts los."

Erdgeschoße beleben

Um das Grätzel weiter zu beleben, will Achatz mit den Eigentümern der umliegenden leer stehenden Erdgeschoßlokale Kontakt aufnehmen; die Lokale herrichten und dann passende Betreiber dafür finden.

Für ein kleines Geschäftslokal zwischen Vinothek und dem Steffny-Mode-Laden laufen derzeit die Konzeptionsgespräche. Denn Achatz ist sich sicher: "Der Aumannplatz hat noch ganz viel Potenzial."

Das sieht auch die Währinger Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) so: "Derzeit sieht er aus wie ein großer Kreisverkehr; der Platz ist abgegrenzt und schlecht zu überqueren. Aber so viele Plätze haben wir in Währing ja nicht; man muss ihn also fördern." Eine Erneuerung des Aumannplatzes steht also bereits auf ihrer Agenda. Ein konkretes Konzept gebe es aber noch nicht.

Und bis es soweit ist, nehmen Unternehmer die Belebung weiter selbst in die Hand.

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