Hochsaison für Bankräuber im Juli

Erste in der Stadlauer Straße in der Donaustadt: Kunden standen nach dem Überfall vor verschlossenen Türen
Foto: Angelina Koidl

Die Zahl der Überfälle auf Geldinstitute ist zuletzt stark gesunken - jüngst trieben Räuber die Statistik wieder nach oben.

Die Halbjahresbilanz in Sachen Bankraub in Wien fiel zuletzt durchaus erfreulich aus: Mit 14 Überfällen war deren Zahl heuer im Vergleich zu den Jahren zuvor doch deutlich gesunken. Diese positive Kriminalstatistik scheint einigen "Ganoven" nicht gepasst zu haben: Allein im Juli schlugen in Wien nun wieder fünf Bankräuber zu, zuletzt am Donnerstag.

Geschlossen

"Bitte draußen bleiben" hieß es da für die Kunden der Erste-Filiale in der Stadlauer Straße in der Donaustadt. "Na geh nicht schon wieder", murrt ein Kunde, der gerade in die Bank wollte. Er wird vom Sicherheitspersonal darauf hingewiesen, dass die Bank wegen eines Überfalls geschlossen bleibt. Kurz nach 10 Uhr war ein mit Sturmhaube und Sonnenbrille maskierter sowie mit einer Pistole bewaffneter Räuber erschienen. Er bedrohte die Kassierin und bediente sich letztlich selbst aus der Kassenlade. Der Mann stopfte die Geldscheine in eine Tragetasche und flüchtete. Eine Alarmfahndung der Polizei blieb vorerst ohne Ergebnis.
Für Trafikant Werner Kaufmann ist der Überfall nichts Neues: "Das bin ich schon gewohnt - die Bank haben's ja vor drei Jahren schon zwei Mal ausgeraubt."

Der letzte Überfall im April 2008 hatte tragische Folgen: Die schwer herzkranke Kassierin, 39, starb als Folge des erlittenen Schocks kurz nach der Tat. Mit nunmehr aktuell 19 Überfällen auf Geldinstitute im laufenden Jahr liegt deren Zahl aber immer noch deutlich unter jenen in den vergangenen Jahren.

Im bisherigen Rekordjahr 2007 gab es in Wien insgesamt 77 Überfälle, ein Jahr später 52. Im Vorjahr waren es schließlich "nur" noch 36. Davon wurde in 19 Fällen der Räuber letztlich ausgeforscht. Ein Drittel der diesjährigen Überfälle konnte von der Kripo ebenfalls geklärt werden. "Ein Bankraub lohnt sich, auch angesichts der meist niedrigen Beute, nicht wirklich", meint ein Kriminalist.

(kurier / Angelina Koidl, Johannes Wolf) Erstellt am
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