
© Johannes Wolf
Heckenschütze zeigt sich reumütig
Nach 51 Tagen in U-Haft sind die beiden Verdächtigen, die auf Passanten geschossen haben sollen, wieder daheim bei Mama.
Ich bin sehr erleichtert, ich glaub' es noch gar nicht, dass ich draußen bin", sagt ein blasser, noch sichtlich gezeichneter
Raphael R.. Der 20-Jährige und der gleichaltrige Lukas G., die beiden mutmaßlichen Heckenschützen von Wien, wurden am Mittwoch nach 51 Tagen in Untersuchungshaft wieder entlassen. Mit einigen Auflagen.
"Es war nicht gerade leicht im Gefängnis, das dort Erlebte ist mir sicher eine Lehre fürs Leben", erzählt Raphael im Gespräch mit dem KURIER. Er und sein Schulfreund Lukas waren Ende September festgenommen worden: Die beiden Burschen sollen aus dem Auto heraus mit einer Luftdruckpistole auf zumindest 17 Passanten geschossen haben.
"Das gerichtsmedizinische Gutachten, dass die Verletzungen der Opfer als leicht einzustufen sind, war maßgeblich für die Freilassung", sagen die Anwälte der Verdächtigen, Normann Hofstätter und Florian Kreiner. Der Haftrichter ging zwar weiter von Tatbegehungsgefahr aus, hielt jedoch die weitere Inhaftierung in Hinblick auf die zu erwartende Strafe für nicht mehr verhältnismäßig. Zudem attestierte er Raphael und Lukas eine gewisse Läuterung durch die bisherige Haftzeit. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab.
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